Sowohl in Würzburg als auch in Warnemünde stand das Thema Dokumentation der Ergebnisse aus Potenzialanalyse und Werkstatttagen im Mittelpunkt der Diskussion:
- Wer sind die Zielgruppen für die Dokumentation?
- Was erwarten die verschiedenen Zielgruppen von dem Dokument?
- Welchen Nutzen soll so ein Dokument der jeweiligen Zielgruppe bringen?
Einig waren die Teilnehmenden darüber, dass die Schülerinnen und Schüler die Hauptzielgruppe der Dokumentation sind und dass man Wege finden muss, um die Ergebnisse kind- bzw. schülergerecht aufzuarbeiten. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind die Eltern. Offene Fragen der Diskussion waren, wie das Dokument für diese Gruppe gestaltet werden muss, ob auch Lehrkräfte/StuBO/Agenur für Arbeit Zielgruppen sind und ob alle Zielgruppen mit einem Dokument bedient werden können. Auch wurde teilweise kontrovers diskutiert, wie und wem das Dokument ausgehändigt wird. Unsicherheit gab es hinsichtlich der Formulierung des Förderbedarfs, da es Schulen gibt, die explizit die Schwächen dargestellt haben wollen.
Wichtig bei der Dokumentation ist vor allem:
- dass sie von den Schülerinnen und Schülern verstanden wird,
- dass Kompetenzen beschrieben und ggf. auch mehrfach erklärt werden,
- dass die Bewertung nicht in Form von Schulnoten abgegeben wird
- und dass sie nur eine punktuelle Momentaufnahme darstellt.
Die Projektevaluation und die Qualitätssicherung sind für alle Projektträger grundlegend, insbesondere bei großen und kleinen Trägerverbünden. Bei der internen Evaluation der Projekte haben sich Feedbackgespräche (mit Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler) als erprobtes Instrument erwiesen. Manche Träger erhalten Rückmeldungen zum BOP aber auch bei regelmäßigen Qualitätszirkeln, Informationsveranstaltungen mit Schulen und Besuchen der Lehrkräfte in den Werkstätten. Die Träger nutzen die Informationen, um nachzusteuern, z.B. um Ausbilder zu schulen und dadurch besser auf die Zielgruppe vorzubereiten.
Prinzipiell besteht ein großes Interesse daran, dass das Programm auch extern evaluiert wird (Messung der Wirkung des BOP).
Die Diskussion in Würzburg ergab darüber hinaus, dass sich einige wenige Träger mit dem Thema Wirkung des BOP auseinandersetzen, also damit, was das BOP mittel- bis langfristig bei den Schülerinnen und Schüler bewirkt. Dazu wird z.B. überprüft, ob sich die in der PA festgestellten Kompetenzen weiter entwickelt haben oder ob die Berufswünsche der Schülerinnen und Schüler sich verändern. Dies passiert zwar nur vereinzelt und nicht mit wissenschaftlichem Anspruch, aber mit großem Engagement.
In Warnemünde gab es darüber hinaus weitere Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit.
In einigen Regionen/Schulen wird von den Schülerinnen und Schüler verlangt, dass sie – ähnlich einem Berichtsheft in der dualen Ausbildung – ihre in den Werkstätten gesammelten Erfahrungen täglich schriftlich festhalten. Die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler sind hierbei sehr unterschiedlich und geben Auskunft darüber, wo die einzelnen Schulen in der Thematik ‚Berufsorientierung‘ stehen. Richtig eingesetzt, kann dies ein gutes Instrument zur Förderung der Nachhaltigkeit sein. Seitens der Träger besteht aber kaum Einfluss darauf, wie die Schulen ihre Vorgaben gestalten.
In Rostock-Warnemünde wurde zu allen Themen – Dokumentation, Evaluation und Qualitätssicherung gewünscht, dass das BIBB klarere Vorgaben für die verwendeten Instrumente macht und Muster dafür ins Netz stellt. Auch gab es Anfragen, ob die Politik Vorstellungen hat, Nachsorgeprojekte für die Sicherung der Kontinuität der BO zu unterstützen.