Antragstellung

Hier finden Sie die Förderrichtlinie zum Programm und alle Dokumente für die Antragstellung. Außerdem erfahren Sie, welche Änderungen mit der Richtlinie „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ vom 29.03.2019 in Kraft treten.

Die Richtlinie „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ vom 29.03.2019 ist eine Erweiterung der gleichnamigen Richtlinie vom 29.08.2017 und ersetzt diese.

Anträge können beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gestellt werden. Laufende BOF-Projekte können mit einem neuen Antrag von den Erweiterungen der Richtlinie vom 29.03.2019 profitieren.

Anträge werden über die Plattform easy-Online und zusätzlich postalisch eingereicht.

Die wichtigsten Änderungen der Richtlinie vom 29.03.2019 betreffen:

  • Öffnung für weitere Berufe: Neben dem Handwerk besteht auch für weitere Berufe ein hoher Bedarf an Unterstützungsangeboten zur Integration in Ausbildung. Entsprechend kann die durchführende Berufsbildungsstätte die Teilnehmenden mit BOF-Kursen auch auf weitere Ausbildungsberufe neben dem Handwerk vorbereiten, die einen berufsqualifizierenden Abschluss vorsehen. Antragsberechtigt sind neben Trägern von Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten nun auch damit vergleichbare Berufsbildungsstätten.
  • Erweiterung der Zielgruppe: Viele Neuzugewanderte mit oder ohne Fluchterfahrungen benötigen häufig aufgrund noch nicht ausreichend vorhandener Kenntnisse der deutschen Sprache oder fehlender Kenntnisse über das Ausbildungssystem individuelle Unterstützung zur Aufnahme einer beruflichen Ausbildung. Die bisherige Zielgruppe „Geflüchtete“ wurde daher um „Zugewanderte mit migrationsbedingtem Förder- und Sprachunterstützungsbedarf“ erweitert.
  • Eignungseinschätzung durch die Bildungsträger: Mit der neuen Förderrichtlinie haben die durchführenden Berufsbildungsstätten die Aufgabe, das Potenzial und die Kompetenzen der interessierten Personen für eine spätere Vermittlung in die angestrebte Ausbildung festzustellen. Dazu zählen Deutschsprachkenntnisse, schulische Grundkenntnisse sowie personale, soziale und methodische Kompetenzen. Für die Erweiterung der  Aufgaben wurden die Teilnehmerfestbeträge von 307€ auf 350€ je Teilnehmender und Woche angehoben.
  • Start mit allgemeiner Berufsorientierung: Während der Werkstatttage erhalten die Teilnehmenden zunächst eine individuell ausgestaltete allgemeine berufliche Orientierung in verschiedenen Berufsfeldern, bevor sie wie bisher in ein bis drei Ausbildungsberufen vertiefte Einblicke erhalten.
  • Integrierte Vermittlung berufsbezogener Sprach- und Fachkenntnisse: Fachinhalte gezielt in den Sprachunterricht einzubringen, sprachbewusster Fachunterricht und sprachbewusstes Arbeiten in der Werkstatt und im Betrieb fördern eine erfolgreiche Vorbereitung auf die zukünftigen Anforderungen der Ausbildung. Die integrierte Vermittlung berufsbezogener Sprach- und Fachkenntnisse ist daher ein zentraler Bestandteil des BOF-Konzepts.
  • Gewinnung von Teilnehmenden und Betrieben: Neben der Teilnehmergewinnung, hat die Berufsbildungsstätte verstärkt die Aufgabe, rechtzeitig Betriebe für die Betriebsphase zu gewinnen. Darüber hinaus ist dafür Sorge zu tragen, dass allen geeigneten und gewillten BOF-Absolventen/-innen ein Ausbildungsverhältnis oder eine Einstiegsqualifizierung angeboten wird. Dafür arbeitet die Berufsbildungsstätte mit den jeweils zuständigen Stellen und regionalen Branchenverbänden vor Ort zusammen.

Teilnahmevoraussetzungen Richtlinie vom 29.03.2019

Die Teilnehmenden eines BOF-Kurses müssen Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge oder Asylbewerber/-innen bzw. Geduldete mit Arbeitsmarktzugang sein. Mit der Förderrichtlinie vom 29.03.2019 können darüber hinaus auch Zugewanderte an BOF teilnehmen, die einen konkreten, individuellen, migrationsbedingten Förder- und Sprachunterstützungsbedarf haben. Hierzu gehören auch Angehörige der oben genannten Zielgruppe, die im Rahmen des Familiennachzuges nach Deutschland gekommen sind und eine Aufenthaltserlaubnis nach § 27 AufenthG besitzen.

Teilnehmende sollen

  • die Vollzeitschulpflicht des zuständigen Bundeslandes erfüllt haben,
  • einen Integrationskurs oder eine entsprechende schulische Maßnahme absolviert haben,
  • über deutsche Sprachkenntnisse i. d. R. mindestens auf dem Niveau B1 verfügen,
  • über Kenntnisse des deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystems verfügen und
  • eine Vorstellung davon haben, in welchen Berufsfeldern sie eine Berufsorientierung durchlaufen wollen.

Teilnahmevoraussetzungen Richtlinie vom 29.08.2017

Teilnehmende sollen

  • die Vollzeitschulpflicht des zuständigen Bundeslandes erfüllt haben.
  • einen Integrationskurs oder eine vergleichbare Maßnahme absolviert haben,
  • über deutsche Sprachkenntnisse i. d. R. mindestens auf dem Niveau B1 verfügen,
  • Interesse an einer Ausbildung im Handwerk haben und
  • eine konkrete Vorstellung davon haben, in welchen ein bis drei Ausbildungsberufen sie eine vertiefende Berufsorientierung durchlaufen wollen.