Fachaustausch der Akteure: Berufsorientierung für Flüchtlinge

„Wir wollen wissen, was Ihnen auf den Nägeln brennt“ – der Fachaustausch griff gezielt individuelle Fragen der BOF-Träger zur Projektumsetzung auf und animierte die Teilnehmenden, sich persönlich und digital zu vernetzen. 

Dr. Ingo Böhringer beim Vortrag

Dr. Ingo Böhringer, Leiter Referat „Berufsorientierung; Chancengerechtigkeit für Jugendliche“, BMBF

BIBB/BOF

„Heute geht es um die direkte Vernetzung der Akteure des Programms „Berufsorientierung für Flüchtlinge (BOF)“: bundesweit, regional, thematisch – aber auch zwischen BOF und anderen Akteuren und Initiativen für Geflüchtete“ – mit diesen Worten eröffnete Dr. Ingo Böhringer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Veranstaltung.

Wie Träger von Kooperationen profitieren können

Dr. Lena Arends, Referentin im BMBF und zuständig für die Programmsteuerung des BOF, stellte die bisher initiierten Kooperationen mit anderen Programmen und Initiativen zur Integration von Flüchtlingen dar und zeigte so Möglichkeiten auf, wie BOF-Träger die Qualität und Erfolge ihrer Projekte durch Vernetzung verbessern können.

Dr. Lena Arends beim Vortrag

Dr. Lena Arends, Referat „Berufsorientierung; Chancengerechtigkeit für Jugendliche“, BMBF

BIBB/BOF

Neben diesen bundesweiten Angeboten zur Integration von Geflüchteten empfahl Frau Dr. Arends, zur Teilnehmergewinnung insbesondere den Kontakt zu Berufsschulen vor Ort aufzunehmen. Denn eine große Anzahl junger Geflüchteter wird zum Ende des Schulhalbjahres die Förderklassen verlassen und Unterstützung bei der Berufsorientierung und Vorbereitung auf eine Ausbildung benötigen.

Frau Dr. Arends zog auch eine Zwischenbilanz. Das Programm gibt es seit fast zwei Jahren, und in dieser Zeit haben bundesweit knapp 60 Träger BOF-Maßnahmen umgesetzt. Auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen wurde die BOF-Richtlinie 2017 erweitert und flexibilisiert.

Das Programm soll bekannter werden

Guido Kirst beim Vortrag

Guido Kirst, „Programmstelle Berufsorientierung“, BIBB

BIBB/BOF

Guido Kirst, Anja Ding und Gerburg Benneker aus der Programmstelle Berufsorientierung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gaben den Vertreterinnen und Vertretern der BOF-Träger praktische Hinweise zum Austausch und zur Projektumsetzung. Erläutert wurden auch Möglichkeiten, wie das Programm durch die Öffentlichkeitsarbeit der Träger in der Region bekannter werden kann. Hier wurde angeregt, dass die Träger Ansprechpersonen und Informationen zur aktuellen BOF-Maßnahme auf ihrer Website einstellen und auch die regionale Presse aktiv in die eigenen Aktivitäten einbinden.

Hinweise für BOF-Träger zur Öffentlichkeitsarbeit

Nutzen Sie Ihre Website!

  • Stellen Sie aktuelle Informationen ein: Ausbildungsberufe, Beginn der Maßnahme, persönliche/r Ansprechpartner/in.
  • Bitten Sie Netzwerkpartner, auf Ihre BOF-Unterseite zu verlinken.
  • Stellen Sie Ihre guten Beispiele in die BOF-Netzwerk-Gruppe von www.überaus.de.
  • Prüfen Sie auf der BOF-Projektlandkarte auf www.berufsorientierung-fuer-fluechtlinge.de, welche URL bei Ihrem Projekt angegeben wird. Wenn möglich, teilen Sie uns den direkten Link zu Ihrer BOF-Unterseite mit, so dass wir ihn gegen den allgemeinen Link zur Homepage austauschen können.

Nutzen Sie lokale Medien!

  • Erstellen Sie ein Konzept der Website mit der Pressestelle des Hauses.
  • Machen Sie auf sich aufmerksam: Bürgermeister/in, Übergabe von Zertifikaten, Pressegespräche, „Geschichten, die aufhorchen lassen“.
  • Denken Sie auch an Radiosender, kostenlose Wochenblätter etc.
  • Erstellen Sie Ihren eigenen Presseverteiler, z.B. zu Veranstaltungen einladen etc.

Ansprache der jungen Menschen

  • Wählen Sie eine zielgruppenspezifische und direkte Ansprache in leichter Sprache.
  • Prüfen Sie Ihr Informationsmaterial und die Texte auf Ihrer Website auf gute Verständlichkeit. Bieten Sie ggf. auch mehrsprachiges Material an.
  • Kommunizieren Sie über soziale Medien. Erzählen Sie von Ihren Erfahrungen (besser noch: Lassen Sie Teilnehmer/innen davon erzählen).

Digital vernetzt: Informationen und Austausch für BOF-Träger

Frank Neises beim Vortrag

Frank Neises, „Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf“, BIBB

BIBB/BOF

Eine bundesweite Vernetzung kann zukünftig unter den BOF-Trägern digital – auf dem schnellen Weg – erfolgen. Frank Neises von der Fachstelle Übergänge in Ausbildung und Beruf aus dem BIBB stellte die umfangreichen Möglichkeiten der Online-Plattform Überaus vor. In einer geschlossenen Community-Gruppe können sich die BOF-Träger zukünftig informieren und austauschen. Ebenso wird die Programmstelle wichtige Mitteilungen und Informationen für alle BOF-Träger in die Gruppe einstellen.

So werden die Präsentationen und Ergebnisse der Veranstaltung in der Gruppe „BOF-Netzwerk“ auf www.ueberaus.de bereitgestellt. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BOF-Projekte können in die Gruppe aufgenommen werden, wenn sie sich bei Überaus registrieren lassen.

Berufliches Lernen und Deutschlernen verknüpfen

Corinna Gerhard beim Vortrag

Corinna Gerhard, Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Netzwerk IQ

BIBB/BOF

Über integriertes Fach- und Sprachlernen für Geflüchtete sprach Corinna Gerhard von der Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Netzwerk IQ. Migrantinnen und Migranten haben in der Regel eine unterbrochene sprachbiografische Entwicklung. Aufgrund fehlender Kompetenzen in der deutschen Sprache ist ihre berufliche Handlungsfähigkeit eingeschränkt. Die sprachlich-kommunikativen Anforderungen in Ausbildung und Beruf sind vielschichtig. Im Umgang mit Vorgesetzten, Kolleginnen und Kollegen oder Kundschaft wird Sprache unterschiedlich genutzt: vom Fachjargon bis hin zur Umgangssprache, von der Verwaltungssprache bis zum Dialekt. Die Fachstelle empfiehlt eine zielgerichtete sprachliche Unterstützung, die eng mit den fachlichen Lernzielen verzahnt ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BOF-Projekte können an Schulungsangeboten der IQ Fachstelle zum Themenfeld Berufsbezogenes Deutsch teilnehmen, die bundesweit von den Landesnetzwerken und der IQ Fachstelle angeboten werden. Das aktuelle Programm ist hier zu finden.

Checkliste: Die eigene Sprache sprachsensibel gestalten

  • Ich achte auf mein Sprachverhalten.
  • Ich spreche langsam.
  • Ich spreche deutlich.
  • Ich spreche korrekt.
  • Ich spreche Hochdeutsch.
  • Ich setze Gestik, Mimik und Körpersprache ein.
  • Ich verwende überwiegend kurze Sätze. (1 Gedanke = 1 Satz)
  • Ich verwende bekannte, einfache Satzverbindungen (…, weil).
  • Ich vereinfache komplizierte Sprachstrukturen bei Bedarf.
  • Ich vermeide Redewendungen oder Sprichwörter.
  • Ich biete alltagssprachliche Synonyme zu Fachwörtern an.
  • Ich ergänze Internationalismen bei schwierigen Fachwörtern.
  • Ich setze Visualisierungen ein.
  • Ich schreibe zentrale Wörter und Strukturen an.

Quelle: Fachstelle Berufsbezogenes Deutsch im Netzwerk IQ

Die Fachstelle bietet Fortbildungen und Qualifizierungen sowie Publikationen zum Thema an.
Weitere Informationen

Stationenlauf der Themen

Die Teilnehmenden des Workshops waren im Rahmen des „Stationenlaufs der Themen“ eingeladen, sich mit anderen BOF-Trägern und Vertreterinnen und Vertretern weiterer Programme und Initiativen zu verschiedenen Themen auszutauschen. Die Ergebnisse werden in eine Arbeitshilfe für die BOF-Träger einfließen.

Station 1: Netzwerke aufbauen und nutzen

An dieser Station entstand ein umfassendes Bild eines BOF-Netzwerks in Form einer mind-map mit einer Vielzahl von möglichen Partnern. Als besonders hilfreiche Partner wurden u.a. die Jugendhilfeeinrichtungen, Verantwortliche des Jugendamts für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wie auch Begegnungsstätten von Migranten oder das informelle Netzwerk der Flüchtlinge selbst genannt.

Elcin Ekinci

Elcin Ekinci, „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“, Kommunales Integrationszentrum Köln

BIBB/BOF

Damit ehrenamtliche und hauptamtliche Multiplikatoren realistische Vorstellungen der Maßnahme erhalten, laden einige BOF-Träger diese zu monatlichen Informationsveranstaltungen in den Einrichtungen ein. Viele Träger arbeiten intensiv mit festen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters zusammen und treffen sich regelmäßig mit diesen zu bilateralen Gesprächen.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass eine erfolgreiche Vernetzung vor allem Kontinuität und Vertrauen benötigt und ständig aufgefrischt werden muss, da die verantwortlichen Personen häufig wechseln.

Unterstützt wurde die Station durch Beiträge von Dr. Alexandra Leipold (KAUSA Servicestelle Bonn-Rhein/Sieg) und der Bildungskoordinatorin Elcin Ekinci (Kommunales Integrationszentrum Köln).

Gerburg Benneker, Anita Biskup,  Dr. Alexandra Leipold

v. l. Gerburg Benneker, „Programmstelle Berufsorientierung“, BIBB; Anita Biskup, BOF Projekt, HWK Lübeck; Dr. Alexandra Leipold, KAUSA Servicestelle Bonn-Rhein/Sieg, Otto Benecke Stiftung e.V.

BIBB/BOF

Das mind-map „BOF-Netzwerk“ steht allen Projekten in Überaus zur weiteren Unterstützung Ihrer Arbeit zur Verfügung.

Externe Expertinnen

Dr. Alexandra Leipold, KAUSA Servicestelle Bonn-Rhein/Sieg, Otto-Benecke-Stiftung e.V.

Die KAUSA Servicestellen beraten an 31 Standorten bundesweit auf vielfältige Weise Jugendliche, Eltern und Unternehmer/‑innen mit Zuwanderungsgeschichte zu Möglichkeiten der dualen Berufsausbildung. Darüber hinaus vernetzen sie erfolgreich die unterschiedlichsten Akteure zum Thema Ausbildung und Migration. BOF-Träger können sich durch die KAUSA Servicestellen bei der Akquise von Teilnehmenden und bei anderen projektrelevanten Fragen unterstützen und beraten lassen. Link zum Angebot

Elcin Ekinci, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte, Kommunales Integrationszentrum Köln

Bildungskoordinator/-innen haben im Rahmen des Programms „Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte“ die Aufgabe, Akteure zu vernetzen, Transparenz über die vielfältigen Angebote im Lebenslauf von Neuzugewanderten herzustellen und ihre Abstimmung zu unterstützen. Sie können BOF-Träger bei der Übersicht über regionale Akteure und beim Kontaktieren von Multiplikatoren unterstützen. Rund 320 Kommunen mit ca. 400 Koordinatorinnen und Koordinatoren sind mittlerweile bundesweit aktiv. Link zum Angebot

Station 2: Die Frage nach dem Aufenthalt

Mathias Stratmann

Mathias Stratmann, „IvAF - Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen“, Emscher-Lippe Netzwerk (ELNet plus)

BIBB/BOF

An dieser Station ging es vor allem um Fragen zu aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten von Geflüchteten.

Anhand eines Zeitstrahls verdeutlichte Mathias Stratmann (ELNET Plus) die möglichen Stationen und Entscheidungen eines Asylverfahrens und informierte über die Bedeutung der verschiedenen Ausweisdokumente.

Vor allem sei eine gute und kooperative Zusammenarbeit mit der Ausländerbehörde eine wichtige Grundlage, um BOF-Teilnehmende bei ihren Anliegen unterstützen zu können.

Die BOF-Träger nutzten die Möglichkeit, Fragen, die sich in der bisherigen Betreuung von Geflüchteten ergeben haben, zu stellen.

Der Zeitstrahl zum Asylverfahren wie auch weitere Schaubilder sind auf Überaus eingestellt.

Externer Experte

Mathias Stratmann, Emscher-Lippe Netzwerk (ELNet plus) des ESF-Programms „IvAF - Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen“

Im Mittelpunkt des IvAF-Programms stehen Maßnahmen der betriebsnahen Aktivierung und Qualifizierung sowie Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung der Zielgruppe.

Zudem werden Schulungen zu ausländerrechtlichen Rahmenbedingungen bei der Aufnahme einer dualen Ausbildung von Geflüchteten durchgeführt, u.a. für Mitarbeitende der Jobcenter und Bundesagenturen für Arbeit (im Auftrag des BAMF), aber auch für Multiplikatoren anderer Programme.

BOF-Träger können kostenfrei an den ausländerbeschäftigungsrechtlichen Schulungen von IvAF teilnehmen und sich auch vor Ort zu ausländerrechtlichen Fragen bei BOF Teilnehmenden beraten lassen. Bei Interesse können Sie sich an die Projektleiter/-innen der 41 Projektverbünde in den Regionen wenden. Link zum Angebot

Matthias Stratmann zeigt einer Gruppe von Personen etwas an der Schautafel

BIBB/BOF

Station 3: Frauen erreichen und Kinderbetreuung ermöglichen

Ein Drittel der nach Deutschland eingereisten Geflüchteten sind Frauen. Im BOF-Programm sind sie aber noch deutlich unterrepräsentiert.

Um Frauen für eine Ausbildung zu motivieren, empfiehlt es sich, Patinnen und weibliche Vorbilder zur Unterstützung zu gewinnen, die bereits im Handwerk arbeiten. Insbesondere Frauen, die selber Fluchterfahrungen oder einen Migrationshintergrund haben, haben häufig einen sehr motivierenden Einfluss und einen schnellen Zugang zu den Teilnehmerinnen. Zudem ist eine Vernetzung mit entsprechenden Partnern, unter anderem mit niedrigschwelligen Angeboten für Frauen, mit caritativen Einrichtungen und Integrationsbeauftragten vor Ort wichtig.

Die Organisation der Kinderbetreuung erfordert Kreativität und einiges Engagement, es sei aber möglich und auch lohnenswert, damit Frauen Familienpflichten und Teilnahme an BOF vereinbaren können. Wichtig, so die Aussagen am Thementisch, sei immer auch die Einbindung der Ehemänner. Frauen sind oft der Schlüssel zur (Bildungs-)Integration der gesamten Familie.


Die beiden Expertinnen Claudia Lindner (ifas GmbH) und Ruth Zinner (kAöR) gaben an diesem Thementisch den BOF-Trägern hilfreiche Hinweise zur Ansprache von Frauen und Betreuung der Kinder.

Ruth Zinner

Ruth Zinner, Beschäftigungsförderung Göttingen (kAöR)

BIBB/BOF

Claudia Lindner

Claudia Lindner, ifas GmbH Lörrach

BIBB/BOF

Externe Expertinnen

Claudia Lindner, ifas GmbH

Der Dienstleister für Bildung und Arbeit führt mittlerweile die dritte Maßnahme für Frauen mit Fluchthintergrund einschließlich Kinderbetreuung durch, u.a. „Perspektive für weibliche Flüchtlinge (Perf-W)“ und die von der BA geförderten Integrationskurse für Frauen. Die Träger dieser Angebote sind auch wichtige Partner zur Erreichung von geflüchteten Frauen vor Ort.

Ruth Zinner, Beschäftigungsförderung Göttingen (kAöR)

Die KAöR führt ein Projekt im Rahmen des BMFSFJ-Programms „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ durch. Viele Teilnehmerinnen sind geflüchtete Frauen. Die Projekte unterstützen Frauen durch vielfältige Angebote bei ihrem Weg in die Berufswelt. An insgesamt 80 Standorten werden die Projekte umgesetzt und sind hilfreiche Ansprechpartner für BOF-Projekte.

Link zum Angebot

Station 4: Für eine Ausbildung im Handwerk motivieren

Hier diskutierten und sammelten BOF-Träger Erfahrungen und Tipps, wie Geflüchtete zu einer Ausbildung im Handwerk motiviert werden können. Dass dies nicht ganz einfach ist, haben viele Projekte in ihrer bisherigen Arbeit erfahren. Junge Menschen mit Fluchterfahrungen haben häufig das Gefühl, dass sie keine Zeit für eine Ausbildung einschließlich der Vorbereitungszeit haben, da sie wegen finanzieller Verpflichtungen schneller Geld verdienen wollen. Ein unrealistischer Studien- oder Berufswunsch sowie ein schlechtes Image des Handwerks im Herkunftsland stehen bei einigen Geflüchteten einer offenen beruflichen Orientierung entgegen.

Um den jungen Menschen bei der richtigen Berufswahl zu unterstützen, ist vor allem ein Vertrauensaufbau wichtig. Hier können ein längeres persönliches Gespräch und ein wertschätzender Rückblick auf bisher Erreichtes unterstützen. Den Flüchtlingen müssen die beruflichen Entwicklungsperspektiven und der soziale Status verständlich aufgezeigt werden, die sie in Deutschland mit einer qualifizierten Ausbildung haben oder eben nicht haben, wenn sie sich für Hilfstätigkeiten entscheiden. Es gilt eine Begeisterung für den Beruf zu wecken, den sie langfristig ausüben möchten. Besonders empfohlen wird ein Austausch mit Fachkräften oder Auszubildenden des Handwerks, die Fluchterfahrungen haben.

Unterstützt wurde die Station durch Beiträge von Dogan Yilmaz (Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V.) und Alexander März (Willkommenslotse der HWK Flensburg).

Dogan Yilmaz

Dogan Yilmaz, „Wirtschaft integriert“, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. (BWHW)

BIBB/BOF

Dr. Kirsten Kielbassa-Schnepp

Dr. Kirsten Kielbassa-Schnepp, Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)

BIBB/BOF

Ahmed Barhdadi

Ahmed Barhdadi, BOF-Projekt, HKW Leipzig

BIBB/BOF

Externe Expert/innen:

Dogan Yilmaz, Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e. V. (BWHW)

Das hessische Landesprogramm „Wirtschaft integriert“ unterstützt junge Geflüchtete und andere junge Menschen, die Deutschförderung benötigen, durch eine kontinuierliche Förderkette von der beruflichen Orientierung über Einstiegsqualifizierung bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Als Regionalkoordinator des Programms spricht Dogan Yilmaz mit jungen Migrantinnen und Migranten auch über die Bedeutung und die Chancen der dualen Ausbildung.

Interessierte BOF-Träger in Hessen können sich mit den Anbietern von „Wirtschaft integriert“ austauschen.

Link zum Angebot

Alexander März, Willkommenslotse der HWK Flensburg

Die Willkommenslotsen vermitteln junge Geflüchtete in Praktika, Einstiegsqualifizierung oder Ausbildung und unterstützen Unternehmen bei allen Fragen rund um die Integration von Geflüchteten. Eine besondere Herausforderung ist dabei das richtige „Matching“ zwischen beiden. Darüber hinaus helfen sie unter anderem bei Fragen zu Qualifikationsbedarf sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten.

Link zum Angebot

Station 5: Unterstützung im Übergang und während der Ausbildung

Viele ehemalige BOF-Teilnehmende benötigen im Übergang und auch während der Ausbildung weitere Unterstützung, um erfolgreich den Ausbildungsabschluss zu erreichen. Beate Scherm und Beate Beck aus der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) erläuterten den Anwesenden anhand von Schaubildern die mögliche Unterstützung von Flüchtlingen durch die BA Instrumente zur Ausbildungsförderung. Christian Parnitzke aus dem Integration-Point der Agentur für Arbeit Wesel bereicherte diese durch Erfahrungsberichte aus der Praxis, unter anderem über die Zusammenarbeit mit Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten.

Thema war auch die mögliche ehrenamtliche Unterstützung von Geflüchteten im Übergang und während der Ausbildung durch Seniorexpertinnen und Experten der Initiative „VerA – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“, die Ute Boldt, Leiterin der Initiative, vorgestellt hat.

Die Schaubilder der BA sind im geschlossenen Bereich auf Überaus eingestellt.

Beate Beck

Beate Beck, Bundesagentur für Arbeit (BA)

BIBB/BOF

Beate Scherm

Beate Scherm, Bundesagentur für Arbeit (BA)

BIBB/BOF

Externe Expert/innen:

Beate Scherm, Bundesagentur für Arbeit (BA)

Beate Scherm arbeitet bei der BA im Geschäftsbereich Arbeitsmarkt, der unter anderem für die fachlich-inhaltliche Betreuung und Weiterentwicklung sowie die Qualitätssicherung der Förderangebote zur Ausbildungsvorbereitung und –begleitung zuständig ist. Zurzeit arbeitet sie im Rahmen eines Projekts an der Neuordnung der BA-Instrumente am Übergang Schule-Beruf.

Christian Parnitzke, Koordinator Integration Point, Agentur für Arbeit Wesel

Christian Parnitzke ist für den Einkauf und für die Bestellung von Maßnahmen ebenso zuständig wie für die Besetzung der eingekauften Teilnehmerplätze. Zudem initiiert er in Kooperation mit den Überbetrieblichen Berufsbildungsstätten gemeinsam neue Angebot für den Agenturbezirk. Die Maßnahmen der Initiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“, BOF und die BA-Maßnahme Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk (PerjuF-H), wurden erfolgreich umgesetzt.

Ute Boldt, Initiative VerA, Senior Experten Service (SES)

Im Rahmen der Initiative VerA – Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen ist eine Unterstützung von BOF-Teilnehmenden während BOF und weiterhin während der gesamten Ausbildung durch Senior Experten möglich. Ute Boldt leitet die Initiative und ist im engen Austausch mit den Regionalkoordinatoren der Initiative VerA, die Geflüchtete und Ehrenamtliche zusammenbringen. BOF-Träger können sich hier an die Ansprechpartner für VerA vor Ort wenden und Unterstützung durch Senior Experten erhalten.

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