KAoA-kompakt in NRW

In der Berufsorientierung in KAoA-kompakt werden verstärkt nonverbale, bildhafte und interaktive Verfahren eingesetzt. So können Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Sprachniveau teilnehmen.

Ein Ausbilder zeigt drei Jugendlichen die Bedienung einer Maschine.

Monkey Business - Fotolia.com

Laufzeit: 01.01.2017 bis 30.06.2017

Mit der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) beim Übergang von der Schule in den Beruf implementiert Nordrhein-Westfalen ein einheitliches Übergangssystem. Jugendliche, die erst in der Jahrgangsstufe 10 in das Schulsystem einmünden oder eine Internationale Förderklasse besuchen, können seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 eine Erstorientierung über KAoA-kompakt erhalten.

KAoA-kompakt kombiniert folgende Elemente von KAoA:

  1. eine zweitägige, auf die Zielgruppe zugeschnittene Potenzialanalyse,
  2. drei Tage Berufsfelderkundungen, bei Bedarf einschl. einer Orientierung im deutschen Ausbildungssystem am dritten Tag,
  3. drei Tage Praxiskurse.

Alle drei Elemente werden bei einem Bildungsträger durchgeführt, der über speziell für die Zielgruppe ausgewiesene interkulturelle Kompetenzen verfügt.

KAoA-kompakt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und wird im Rahmen der Bildungsketten-Initiative mit dem Land Nordrhein-Westfalen umgesetzt.
 

Zielgruppe

KAoA-kompakt richtet sich an

  • Neuzugewanderte, die sich nach einer Sprachfördergruppe oder sonstiger Sprachförderung in der Jahrgangsstufe 10 befinden und noch keine Erstberufsorientierung erhalten haben,
  • Neuzugewanderte, die gemäß § 38 SchuIG der Schulpflicht in der Sekundarstufe II unterliegen und noch nicht über die erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in einer Regelklasse in Bildungsgängen der Berufskollegs verfügen und deshalb in einer Internationalen Förderklasse beschult werden,
  • Jugendliche in Jahrgangsstufe 10, die aufgrund eines Wohnortwechsels oder eines Wechsels aus einer Nicht-KAoA-Schule an eine KAoA-Schule bisher keine Erstberufsorientierung erhalten haben.


Durchführung

Im Schuljahresverlauf 2016/2017 nahmen in NRW 7.027 Schülerinnen und Schüler an KAoA-kompakt teil.


Bisherige Erfahrungen

Drei Jugendliche legen ein Buchstabenpuzzle auf den Boden.

Tyler Olson - Fotolia.com

Im Rahmen der Evaluation zum Modellprojekt komPASS³ wurde ebenfalls untersucht, inwieweit Unterschiede in der Eignung der eingesetzten Verfahren zur Kompetenzfeststellung/Potenzialanalyse bestehen. Während komPASS³ ein bereits in Niedersachsen erprobtes Verfahren für die Zielgruppe ist, kamen bei KAoA-kompakt verschiedene Verfahren zum Einsatz, deren Bandbreite von Lizenz-Verfahren bis hin zu Eigenentwicklungen der durchführenden Träger reichte. Diese Verfahren wurden im Vorfeld von den Trägern bei der zentralen Projektleitung zur Prüfung eingereicht und genehmigt.

Als Ergebnis der Evaluation ließen sich in Hinblick auf die Eignung der Verfahren keine signifikanten Unterschiede feststellen. Alle eingesetzten Verfahren in der KAoA-kompakt Vergleichsgruppe wurden als für die Zielgruppe geeignet eingestuft.

Die in KAoA-kompakt nachfolgenden Standardelemente „Berufsfelderkundung“ und „Praxiskurse“ zeigten im Rahmen von KAoA-kompakt bei Ausrichtung und Beteiligungsgrad keine nennenswerten strukturellen Unterschiede zum KAoA-Regelsystem.


Erprobung koMPASS³ im Rahmen von KAoA-kompakt

Im Wege einer modellhaften Erprobung wurde im Rahmen von KAoA-kompakt an einzelnen Berufskollegs das Standardelement Potenzialanalyse für Schülerinnen und Schüler in Internationalen Förderklassen schulintern durch das Kompetenzfeststellungsverfahren komPASS³ ersetzt. Anschließend folgten wie gewohnt die in KAoA-kompakt vorgesehen trägergestützten Berufsfelderkundungen und Praxiskurse.

Kontakt

Landes-Gewerbeförderungsstelle des
nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)
Thomas Waxweiler
Abteilungsleiter Programme und Projekte
Tel.: 0211 / 30108 - 390
E-Mail: waxweiler@lgh.de
URL: www.lgh.de