KAoA-kompakt in NRW

In der Berufsorientierung in KAoA-kompakt werden verstärkt nonverbale, bildhafte und interaktive Verfahren eingesetzt. So können Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihrem Sprachniveau teilnehmen.

Ein Ausbilder zeigt drei Jugendlichen die Bedienung einer Maschine.

Monkey Business - Fotolia.com

Laufzeit im Schuljahr 2019/2020: 28.08.2019 bis 28.06.2020

Mit der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) beim Übergang von der Schule in den Beruf implementiert Nordrhein-Westfalen ein einheitliches Übergangssystem. Jugendliche, die erst in der Jahrgangsstufe 10 in das Schulsystem einmünden oder eine Internationale Förderklasse besuchen, können seit Beginn des Schuljahres 2016/2017 eine Erstorientierung über KAoA-kompakt erhalten.

KAoA-kompakt kombiniert folgende Elemente von KAoA:

  1. eine zweitägige, auf die Zielgruppe zugeschnittene Potenzialanalyse,
  2. drei Tage Berufsfelderkundungen, bei Bedarf einschl. einer Orientierung im deutschen Ausbildungssystem am dritten Tag,
  3. drei Tage Praxiskurse.

Alle drei Elemente werden bei einem Bildungsträger durchgeführt, der über speziell für die Zielgruppe ausgewiesene interkulturelle Kompetenzen verfügt.

KAoA-kompakt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und wird im Rahmen der Bildungsketten-Initiative mit dem Land Nordrhein-Westfalen umgesetzt.
 

Zielgruppe

KAoA-kompakt richtet sich an

  • Neuzugewanderte, die sich nach einer Sprachfördergruppe oder sonstiger Sprachförderung in der Jahrgangsstufe 10 befinden und noch keine Erstberufsorientierung erhalten haben,
  • Neuzugewanderte, die gemäß § 38 SchuIG der Schulpflicht in der Sekundarstufe II unterliegen und noch nicht über die erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in einer Regelklasse in Bildungsgängen der Berufskollegs verfügen und deshalb in einer Internationalen Förderklasse beschult werden,
  • Jugendliche in der Jahrgangsstufe 10, die aufgrund eines Wohnortwechsels oder eines Wechsels aus einer Nicht-KAoA-Schule an eine KAoA-Schule bisher keine Erstberufsorientierung erhalten haben.


Durchführung

Im Schuljahresverlauf 2018/2019 nahmen in NRW 4.491 Schülerinnen und Schüler an KAoA-kompakt teil. Insgesamt erreichte das Programm seit dem Schuljahr 2016/2017 17.631 Schülerinnen und Schüler.


Bisherige Erfahrungen

Drei Jugendliche legen ein Buchstabenpuzzle auf den Boden.

Tyler Olson - Fotolia.com

KAoA-kompakt wird seit dem Schuljahr 2016/2017 umgesetzt. Es kommen verschiedene Potenzialanalyse-Verfahren zum Einsatz, deren Bandbreite von Lizenz-Verfahren bis hin zu Eigenentwicklungen der durchführenden Träger reichen. Die Verfahren zeichnen sich durch eine hohe Handlungsorientierung in der praktischen Durchführung aus und setzen in der Kommunikation gezielt sprachentlastende Methoden unter Einsatz von Skizzen, Bildern, Icons, Piktogrammen oder Symbolen ein. Seit der Einführung von KAoA-kompakt im Schuljahr 2016/2017 wurden im Zuge einer Weiterentwicklung zudem neue oder angepasste Verfahren entwickelt, die sich speziell nach der Zielgruppe und den besonderen Anforderungen ausrichten.

Im Anschluss an die Potentialanalyse erhalten die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Fragebogen, der zur kontinuierlichen Evaluation der Verfahren dient. Sie bewerten darin unter anderem die Aufgaben bei der Potenzialanalyse, die Verständlichkeit der Unterlagen sowie die Potenzialanalyse insgesamt. Der Fragebogen liegt in einfacher Sprache vor. Die Teilnahme erfolgt anonym und auf freiwilliger Basis. Die Rückmeldungen durch die Teilnehmenden zeigen insgesamt eine sehr positive Bewertung der zweitägigen Potenzialanalyse.

Die in KAoA-kompakt auf die Potentialanalyse folgenden Standardelemente „Berufsfelderkundung“ und „Praxiskurse“ entsprechen inhaltlich denen im KAoA-Regelsystem.


Kontakt

Landes-Gewerbeförderungsstelle des
nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH)
Thomas Waxweiler
Abteilungsleiter Programme und Projekte
Tel.: 0211 / 30108 - 390
E-Mail: waxweiler@lgh.de
URL: www.lgh.de