Navigation und Service

Tagung zum Berufsorientierungsprogramm 2024

Viele Köpfe – eine Mission: Jugendliche erreichen, aktivieren, befähigen. Unter diesem Motto fokussierten sich 200 Teilnehmende in 30 Workshops auf eine wirkungsvolle Ausgestaltung des Berufsorientierungsprogramms.

Referenten auf der Bühne
© BIBB/Anni Pekie

Der Einladung folgten nicht nur Projektleitungen des Berufsorientierungsprogramms (BOP), sondern auch ihre Ausbilderinnen und Ausbilder und pädagogische Mitarbeitende. Das Ziel der Tagung: den Projektträgern praktische Hilfestellung für eine wirkungsvolle Ausgestaltung des BOP in ihren Bildungsstätten bieten und ihnen die Möglichkeit geben, sich fachlich auszutauschen und voneinander zu lernen.

30 Workshops in kleinen Gruppen

Kleine Gruppen, aktive Teilnahme: Es gab Innovations-Workshops nach der Design-thinking-Methode, fachliche Inputs, moderierte Diskussionen und praktisch ausgerichtete Workshops mit Kommunikationsübungen. Die Teilnehmenden erhielten Freiraum für Austausch und konnten pädagogische Methoden und technische Tools unter Anleitung selbst ausprobieren. 

Thematisch ging es in den Workshops natürlich um die zentralen Elemente des BOP: die Potenzialanalyse, die Standortbestimmung, die Ausgestaltung der praktischen BO‑Tage und die begleitende Reflexion.

Zudem gab es Workshops zur Einbindung von Eltern und Lehrpersonal, zum Umgang mit psychisch belasteten Jugendlichen, zur (digitalen) Dokumentation, zum BOP an Gymnasien und an Förderschulen.

Körperliche Bewegung und Künstliche Intelligenz

Jenseits konkreter BOP-Themen gab es zwei besondere Impulse: Jugendliche in Bewegung bringen und künstliche Intelligenz in der Beruflichen Orientierung.

Körperliche Aktivität schafft Konzentrationsfähigkeit und Wohlgefühl und damit die Voraussetzung für angstfreies und effektives Lernen und Erkunden. Hermann Städtler, Projektleiter des Kultusministeriumsprogramm-Projekts „Bewegte, gesunde Schule Niedersachsen“, aktivierte die Teilnehmenden im Plenum mit seiner „Alternative zum Händeschütteln“ sowie in seinem Workshop „Wenn die Luft raus ist – mit Bewegung Jugendliche erreichen, aktivieren, beteiligen“. Alle vorgestellten Bewegungsimpulse lassen sich in die BO-Tage des Berufsorientierungsprogramms integrieren.

Dr. Andreas Fischer, Wissenschaftler mit langjähriger Forschungstätigkeit zur künstlichen Intelligenz, gab Workshops zum Einsatz von KI in der Beruflichen Orientierung. Die Teilnehmenden erhielten eine Einführung zu Fragen wie „Was ist Prompting?“ und „Was muss ich beim Einsatz von KI mit Jugendlichen beachten?“ Zudem gab es die Möglichkeit, verschiedene KI-Systeme selbst zu explorieren.

Persönliches Dialogangebot

Während der gesamten Tagungsdauer stand den Teilnehmenden das Dialogangebot der Servicestelle Berufliche Orientierung/Bildungsketten offen: Die BIBB-Teams der wissenschaftlichen Programmbegleitung, der Projektsachbearbeitung und der Öffentlichkeitsarbeit des BOP standen für alle Teilnehmenden während der Pausen und des Abendprogramms am Dialogstand zum Gespräch bereit.

Weitere BIBB-Mitarbeitende boten den persönlichen Austausch zur berufswahlapp, zur Servicestelle Bildungsketten und zum Programm „Berufliche Orientierung für Personen mit Flucht- und Migrationserfahrung“ (BOFplus) an. Zudem informierte die Initiative Klischeefrei mit einem Stand vor Ort über ihr Engagement, eine Berufs- und Studienwahl frei von Geschlechterklischees zu ermöglichen.

Premiere! Neue BOP-Arbeitsmaterialien für Fachkräfte und BOP-Podcast

Hilfestellung zur Gestaltung und Umsetzung von Potenzialanalyse und praxisorientierten BO-Tagen bieten verschiedene Arbeitsmaterialien, die auf der Tagung in neuem Design vorgestellt wurden. Sie umfassen Anleitungen für verschiedene Übungen, eine Unterrichtseinheit zur Vorbereitung des BOP sowie Methoden und Anregungen zur Reflexion und Dokumentation für pädagogischen Fachkräfte. Zudem gibt es auch Arbeitsblätter für die Schülerinnen und Schüler im BOP. Auf der Tagung wurde zudem das neue Emotionskarten-Set für Reflexionsgespräche in der Beruflichen Orientierung ausgegeben. Alle Materialien stehen hier zum Download bereit.

Zudem gab es einen Podcast-Raum mit dem BOP-Podcast „Berufliche Orientierung begleiten“, der ab sofort auch auf Spotify oder per RSS-Feed abonniert werden kann. Alle Podcastfolgen finden Sie auch hier.

Plenum

Dialogangebote und Rahmenprogramm

Weitere Impressionen

Dokumentation der Workshops

Hier finden Sie die Dokumentation der Workshops des ersten und zweiten Veranstaltungstages (inklusive der Wiederholungsworkshops).

Intensiv-Workshop 1 (und Wiederholungsworkshop 24):
Zukunftskompetenzen in der Potenzialanalyse – von der Kompetenz zur handlungsorientierten Aufgabe

Konzeptentwicklung

Moderation: Sanja Ahmadsei (BIBB), Olga Füten (BIBB)

Welche Zukunftskompetenzen werden in der modernen Arbeitswelt gefordert? Mit dieser Fragestellung beschäftigten sich die Teilnehmenden und entwickelten im Rahmen der Potenzialanalyse handlungsorientierte Aufgaben, die auf Beobachtbarkeit hin überprüft wurden.

Die Beteiligten waren sich einig, dass im stärkenorientierten Ansatz eine Trennung zwischen Beobachtung und Bewertung bewusst eingehalten werden muss. Während des Workshops konnte beobachtet werden, dass die Teilnehmenden bei der Erstellung von Aufgaben zur Potenzialanalyse vor allem ihnen bekannte und vertraute Kompetenzarten wie Team- oder Organisationsfähigkeit wählten. Nicht alle Zukunftskompetenzen wie z. B. Anpassungsfähigkeit, kritisches Denken und Beurteilungsvermögen kamen in die engere Auswahl, da sie nach den Standards der systemischen Beobachtung schwer beobachtbar seien.

Darüber hinaus müsse die Binnendifferenzierung bei der Erstellung von Aufgaben bezüglich der Inhalte, Methodik sowie Zeitfenster beachtet werden, da beispielsweise bei Förderschülern und -schülerinnen andere Ausgangslagen zu berücksichtigen seien als bei Gymnasiasten.

Ein Methodenmix aus Einzel- und Gruppenarbeit sei insgesamt wichtig, um extro- wie auch introvertierten Jugendlichen gerecht zu werden.

Intensiv-Workshop 2 (und Wiederholungsworkshop 15):
Mit der Kreativ-Methode „Design Thinking“ zu Ideen für Berufliche Anwendungsfälle

Konzeptentwicklung

Referierende: Michaela Köser-Segschneider, Murat Dizlek, Björn Gemmel, Vanessa Günther, Clara Hubl (Erasmus+ Projekts „P.L.A.N. – Pädagogik und Lernen in Agilen Netzwerken“, Berufskolleg Siegburg)

Mit Hilfe der Design-Thinking-Methode generierten die Teilnehmenden neue Konzeptideen für den beruflichen Anwendungsfall der praktischen BO-Tage. Das „Storytelling“ – die Einbettung in einen inhaltlichen Rahmen, einer Geschichte – bietet einen absoluten Mehrwert und hilft den beruflichen Anwendungsfall greifbarer und realitätsnaher zu gestalten. So betonte Frau Köser-Segschneider: „Nehmen Sie die jungen Menschen mit auf eine Reise – säen Sie Samen, der Prozess wächst, aber es braucht Zeit.“ Dabei können diverse Methoden entwickelt und erprobt werden.

 Zwei Gruppen entwickelten in diesem Zusammenhang Prototyp-Ideen in den Berufsfeldern Hotel- und Gastgewerbe und Handwerk (Metall und Holz). Auch die Nutzung von KI-Chatbots (ihre Vorteile wie auch Grenzen) zur Ideenfindung bei der Konzeption des beruflichen Anwendungsfalls wurde thematisiert.

Die Workshop-Inhalte und Arbeitsmaterialien des KA2 Erasmus+ Projekts „P.L.A.N. – Pädagogik und Lernen in Agilen Netzwerken“ finden Sie unter: www.mywaymyplanschoolproject.blog/designthinking

Intensiv-Workshop 3:
Sicher im Umgang mit psychisch belasteten Jugendlichen: Die BeSOS-Toolbox

Praxisworkshop mit Übung

Referent: Christian Gardt (Graduierten- und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg)

Der Anteil psychisch stark belasteter Jugendlicher steigt zunehmend – im Laufe der Pandemie beispielsweise von 32% auf 51%. Bei Überbelastung gehen Lern- und Orientierungsfähigkeit als erstes verloren. Die Teilnehmenden lernten deshalb das Methodenset „BeSOS-Toolbox“ kennen, um Schüler und Schülerinnen in der Beratung und Gruppenarbeit dabei zu unterstützen, ihre Orientierungsfähigkeit wiederzugewinnen. Es ist als Handreichung für alle BO-Akteure zu verstehen, denn auch für Lehrende ist die Toolbox hilfreich bei der Selbstregulation in überfordernden Momenten. Exemplarisch testeten die Teilnehmenden Atemübungen und Körpertechniken wie die Schmetterlingsumarmung und Ohrenmassage sowie das „Däumchendrehen“.

Die entscheidende Fähigkeit der Selbstregulation sei laut Christian Gardt von vielen Jugendlichen durch gesteigerten Medienkonsum oder andere Ablenkungsmechanismen nicht mehr ausreichend eingeübt. Dabei könne man nicht früh genug anfangen, am besten schon im Kindergarten oder in der Grundschule. Wünschenswert sei es, dass das Verhalten bzw. das Erlernen von Strategien zum Teil der „Schulkultur“ werde.

Weiterführende Informationen finden Sie unter: www.besos-sachsen.de

Workshop 4 (und Wiederholungsworkshop 25):
Biografie- und reflexionsorientiertes Arbeiten in der Potenzialanalyse

Erfahrungsaustausch

Moderation: Susanne Schemmer (BIBB)

Bei einem biografie- und reflexionsorientierten Arbeiten im Rahmen der Potenzialanalyse kommt es auf eine einfühlsame Gesprächsführung und eine bewusste pädagogische Haltung an. Doch wie lassen sich diese Elemente gestalten?

Die Teilnehmenden berichteten über Erfahrungen aus der Praxis: Das Implementieren des biografie- und reflexionsorientierten Arbeitens sei aus pädagogischer Perspektive positiv zu betrachten. Erste sichtbare positive Effekte zeichnen sich besonders im Kontext der individuellen Einzelgespräche ab. Aber auch die begleitende Reflexion sei für die Jugendlichen ermutigend, um sich mit ihrer BO auseinanderzusetzen. So sei das Nachdenken über eigene Stärken und Interessen sowie erste berufliche Wünsche – z. B. mithilfe von reflexionsanregenden Fragen – für die Jugendlichen unterstützend. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie stoße meist auf Interesse.

Allerdings sehen die pädagogischen Fachkräfte auch Schwierigkeiten – insbesondere vor dem Hintergrund struktureller Rahmenbedingungen. Ein Beispiel sei der vorgesehene Personalschlüssel, dieser sei zu überdenken. Thematisiert wurde auch der Fachkräftemangel, der die Träger vor große Herausforderungen stellt. Übergreifend äußerten die Teilnehmenden den Wunsch nach binnendifferenzierten Arbeitsmaterialien, z. B. Best Practice-Beispiele verschiedener Schulformen. Darüber hinaus könne die pädagogische Arbeit durch Arbeitsmaterialien in unterschiedlichen Sprachen unterstützt werden.

Im BOP-Podcast geht es um reflexionsorientierte Gesprächsführung. Alle Podcast-Folgen finden Sie hier.

Informationen zur Potenzialanalyse im BOP finden Sie hier.

Materialien für pädagogische Fachkräfte und Schüler und Schülerinnen finden Sie hier.

Workshop 5 (und Wiederholungsworkshop 26):
Konzeption der Standortbestimmung vor den BO‑Tagen

Erfahrungsaustausch

Moderation: Anna Hetzinger (BIBB)

Ziel der individuellen Standortbestimmung im Vorfeld der Berufsfelderkundung im Rahmen der BO-Tage ist, die Jugendlichen für das Thema Berufswahl zu sensibilisieren und ihre individuellen Bedarfe und Wünsche zu reflektieren. Die Konzeption, die Auswahl geeigneter Methoden und der Erfahrungsaustausch stehen im Mittelpunkt des Workshops.

Die Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass Schülerinnen und Schüler oft Unterstützung benötigen, um einen Zugang zu ihrem eigenen Berufswahlprozess zu finden. Hilfreich ist ein Bezug auf das zurückliegende Reflexionsgespräch im Rahmen der Potenzialanalyse und aktivierende Methoden in Kombination mit geeigneten Fragestellungen (z.B. eine Einordnung auf einer vorgegebenen Skala). Die gewählten Methoden sollten dabei situativ-pädagogisch an die jeweilige Gruppe und Schulform angepasst werden. Erfolgversprechend sind dabei Methoden, die sich deutlich vom schulischen Alltag abheben. Insgesamt sollte durch niedrigschwellige Angebote der Druck rausgenommen werden: Ideen für den eigenen BO-Prozess dürfen wachsen und sich entwickeln.

 

Workshop 6 (und Wiederholungsworkshop 20):
Blick über den Gartenzaun: Organisation, Umsetzung und Herausforderungen der BO‑Tage

Input und Austausch

Moderation: Lisa Fournier (BIBB)

Im Zuge der Vor-Ort-Besuche bei BOP-Trägern werden sogenannte „teilnehmende Beobachtungen“ durchgeführt und die Umsetzung von Berufsfeldern in den BO-Tagen aus wissenschaftlicher Perspektive ausgewertet. Ziel ist die Ausgestaltung der BO-Tage nach den Förderrichtlinien von 2019 und 2022 zu vergleichen und Gute Praxis zu identifizieren.

Die Teilnehmenden des Workshops diskutierten lebhaft Aspekte der ersten Erkenntnisse der teilnehmenden Beobachtung mit Hilfe zusammenfassender Plakate wie beispielsweise die realistische Darstellung und die Vermittlung von Theorie und Praxis in den Berufsfeldern oder die Herausforderungen der pädagogischen Begleitung. Bei dem Thema Methodik für Feedback und Reflexion innerhalb der BO-Tage wurde deutlich, dass diese breit aufgestellt ist und von Feedback- und Reflexionsbögen, zu kurzen Reflexionsrunden über individuelle 1:1-Gespräche am Ende des Tages bzw. Berufsfelds reicht. Im Erfahrungsaustausch erörterten die Teilnehmenden zu den unterschiedlichen Themen ihre eigenen Erfahrungen, sprachen Herausforderungen an und teilten praktische Lösungsansätze mit der Gruppe.

Einflussfaktoren auf die Berufs(feld)wahl

Päd.-Begleitung-Reflexionen-und-Feedback-im-Berufsfeld

Pädagogische Herausforderungen bei der Umsetzung der BO-Tage

Realistische Darstellung Berufsfeld Metall

Realistische Darstellung Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung

Vermittlung von Wissen, Didaktik und Methodik

Workshop 7:
Elterneinbindung in der Beruflichen Orientierung – Neue Ansätze und gute Beispiele

Input und Austausch

Moderation: Bettina Trappmann-Webers (BIBB), Co-Moderation: Michael Schulte (BIBB)

Eltern nehmen in der Beruflichen Orientierung von Jugendlichen eine zentrale Rolle ein. Sie sind erste Ansprechpersonen, rat- und einflussgebende Akteure. In diesem Workshop wurden zwei geförderte Projekte zur Elternarbeit vorgestellt, die von der 4-Felder-Methode des Social Support ausgehen, jeweils aber unterschiedliche Schwerpunkte verfolgen.

Die Teilnehmenden diskutierten lebhaft und zeigten sich äußerst interessiert an den Handlungsansätzen, die nach Abschluss der Modellprojektphase abgeleitet werden können. In der Diskussion kamen weitere erfolgreiche Praxisbeispiele der Elterneinbindung wie etwa KAoA in NRW zur Sprache.
Insgesamt besteht der Wunsch der Teilnehmenden nach weiterem praktischem Handlungswissen, z.B. im Hinblick auf Herstellen des „allerersten“ Kontaktes zu den Eltern und der Einbindung spezifischer Gruppen von Eltern. Um Schülerinnen und Schüler zu stärken, gilt es weitere geeignete Personen zu identifizieren, die ihnen auf dem Weg der Beruflichen Orientierung weiterhelfen (z.B. Mitarbeitende der Jugendberufsagenturen, Jugendhilfe und/oder Ansprechpersonen für Berufliche Orientierung in den Schulen).

Workshop 8 (und Wiederholungsworkshops 14, 23, 30):
Grundlagenwissen zu Künstlicher Intelligenz in der Berufsorientierung

Input und Austausch

Referent: Dr. Andreas Fischer (Forschungsinstitut Betriebliche Bildung)

Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentrales und vielseitig diskutiertes Thema unter gesellschaftlichen, sozialen und politischen Aspekten. In diesem Workshop vermittelte Dr. Andreas Fischer vom Forschungsinstitut Betriebliche Bildung Grundlagenwissen zu KI im Kontext der Beruflichen Orientierung. Dabei standen folgende Fragen im Mittelpunkt: Was ist Prompting? Was kann KI und was nicht? Was muss ich beim Einsatz von KI mit Jugendlichen beachten? Welche Alternativen gibt es zu ChatGPT? Wie kann ich KI in der Beruflichen Orientierung einsetzen?

Im Impulsvortrag führte Dr. Fischer in Definitionen, Begriffe und die Entwicklungsgeschichte von künstlicher Intelligenz ein, die ihren Ursprung bereits im Jahr 1959 nahm. KI-Chats sind inzwischen auf einem sehr hohen Niveau und können im Arbeitsalltag gut genutzt werden, beispielsweise zum Brainstorming, bei der Problembeschreibung oder zum Vorschlagen von Lösungswegen.

In der Beruflichen Orientierung kann KI u.a. konkret bei der Personalisierung von Materialen eingesetzt werden, diese übersetzen oder in Leichte Sprache anpassen. Auch für die Erstorientierung können KI-Chats genutzt werden, beispielsweise wenn Jugendliche ihren Lebenslauf und bisherige Erfahrungen eingeben und sich so herausarbeiten lässt, welche Berufsfelder für sie möglicherweise geeignet wären.

Neben den verbreiteten Tools ChatGPT/OpenAI gibt es bereits alternative und kostenlose open source-Anwendungen wie HuggingChat von Hugging Face, die ebenso gut funktionieren und darüber hinaus datenschutzkonform sind. So wie wir gelernt haben zielgerichtet zu googeln, müsse nun gelernt werden, wie wir treffend prompten und wofür man welches System nutzen kann.

Aufgrund der starken Nachfrage wurde der Workshop als Kurz- und Langformat insgesamt vier Mal angeboten. Der zweistündige Workshop gab den Teilnehmenden zusätzlich die Möglichkeit zur Exploration verschiedener KI-Systeme. Die Themen der praktischen Gruppenarbeit waren dabei kompetenzbasiertes Matching (z. B. welche (Berufs)Kompetenzen bringen Menschen mit, die gerne Fußball spielen), Überführung von Texten in Einfache Sprache und Leichte Sprache (z.B. Erklärung des Begriffs Potenzialanalyse) sowie Erstellen eines beruflichen Anwendungsfalls im Bereich „Tourismus und Freizeit, Hotel, Gastronomie“.

Präsentation auf LinkedIn

Falls Sie sich für das Thema KI im Bildungs- und Berufsorientierungsbereich interessieren, finden Sie hier weitere Informationen:

GitHub - AndreasFischer1985/KIPerWeb: KIPerWeb - bringt KI und Weiterbildung zusammen!

Workshop 9:
Denkmuster aufspüren – die professionelle pädagogische Haltung im Reflexionsgespräch (entfallen)

entfallen

Workshop 10:
Digitale Instrumente zur Dokumentation der BO‑Tage

Input und Austausch

Moderation: André Grabinski (BIBB)

In diesem Workshop lernten die Teilnehmenden digitale Angebote zur Dokumentation der BO-Tage kennen wie die berufswahlwapp oder das in Bremen entwickelte E-Portfolio futureBOx. Sie testeten die Nutzungsmöglichkeiten der Instrumente, tauschen sich über eigene Erfahrungen mit digitalen Angeboten aus und entwickeln Ideen, wie digitale Tools die Reflexion und Dokumentation der BO-Tage unterstützen können.

Beim Thema Digitalisierung hatten die Teilnehmenden insgesamt sehr unterschiedliche Erfahrungshorizonte. Von digitalen Neulingen bis hin zu medienaffinen Expertinnen und Experten war alles dabei. In der Diskussion zeigte sich: Der Einsatz von digitalen Instrumenten in der Beruflichen Orientierung wird voranschreiten da die Begleitung und Dokumentation im Digitalen besonders nachhaltig ist. Einige BOP-Träger gehen bereits mit gutem Beispiel voran und nutzen die bestehenden Möglichkeiten intensiv. Die Digitalisierung stößt dort an ihre Grenzen, wo technische, strukturelle oder organisatorische Hindernisse bestehen. Diese Hürden gilt es abzubauen, damit die Berufliche Orientierung ihre volle Wirkung entfalten kann.

Weiterführende Infos finden Sie hier unter www.berufswahlapp.de oder https://www.futurebox-portfolio.de

Workshop 11 (und Wiederholungsworkshop 27):
Das BOP an Gymnasien: Schulen gewinnen und erfolgreich kooperieren

Input und Austausch

Moderation: Guido Kirst (BIBB)

Welche Erfahrungen wurden bei der Umsetzung des BOP nach der neuen Förderrichtlinie mit Gymnasien gemacht? Was sind förderliche Faktoren für die Gewinnung von Gymnasien und was bei der Konzeption und Durchführung der praxisorientierten BO-Tage beachtenswert?

In einem lebendigen Austausch informierten sich die Teilnehmenden intensiv bezüglich Beispielen guter Praxis und gaben sich gegenseitig Hilfestellungen für Herangehensweisen und Herausforderungen. Dabei äußerten sie den Wunsch nach verbindlicheren Vorgaben seitens der zuständigen Landesbehörden, um Beliebigkeit und Unverbindlichkeit in der Umsetzung von praktischer Beruflicher Orientierung vorzubeugen und die Wichtigkeit von BO an Gymnasien zu betonen.

Ein besonderer Gelingensfaktor sei nach Ansicht der Teilnehmenden die Rahmenbedingungen und Bedarfe der Gymnasien zu berücksichtigen, um diese besser zu erreichen. Die Vernetzung und Kooperation mit regionalen Arbeitskreisen, Kammern und der Wirtschaft kann die BO-Strukturen dabei weiter stützen.

Die Haltung der Schulen entscheidet darüber, ob und wie BO stattfindet. Der Schulleitung als Türöffner kommt dabei eine Schlüsselrolle zu – ebenso der Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und Eltern. Wichtig sei insgesamt eine ergebnisoffene, ganzheitliche Beratungskompetenz an den Schulen.

Weiterführende Informationen zur Beruflichen Orientierung an Gymnasien finden Sie hier.

Workshop 12:
Schülerinnen und Schüler aus Förderschulen in den praxisorientierten BO-Tagen

Input und Austausch

Moderation: Sarah Schippritt (BIBB), Co-Moderation: Katrin Jost (BIBB)

Welche Herausforderungen, Fragen und Lösungsansätze gibt es bei der Zusammenarbeit mit Förderschülerinnen und -schülern in den praxisorientierten BO-Tagen? Unterschiedliche Erfahrungshorizonte und Perspektiven prägten den offenen, facettenreichen Austausch der Teilnehmenden. Diskussionen in wechselseitigen Kleingruppen gaben Input und gegenseitige Hilfestellungen zugleich.

Beim Thema Standortbestimmung waren sich die Teilnehmenden einig, dass Aufgaben in Leichter Sprache formuliert und mehr spielerische als schriftliche Übungen (Beispiel Kennenlern-Bingo) eingesetzt werden sollten.

Bei der Komplexitätssteigerung der Aufgaben insgesamt müssen diese an das jeweilige Leistungsniveau angepasst werden, um die Jugendlichen nicht zu überfordern. Die Anpassung müsse sehr individuell mit Fingerspitzengefühl erfolgen, denn die Unterschiede bei Förderschülern und -schülerinnen seien teilweise gravierend.

In der Kleingruppenarbeit zum Thema Anwendungsfall kam der Wunsch der Teilnehmenden nach einer Austausch-Plattform mit Beispielen auf. Der Alltagsbezug sei bei Anwendungsfällen grundsätzlich wichtig und übergreifende Berufsfelder mit einem umfassenden beruflichen Anwendungsfall optimal.

In der Diskussion zum Thema Reflexion stellten die Teilnehmenden fest, dass Reflexionsbögen auch in Leichter Sprache den Förderschülern und -schülerinnen oft Probleme bereiten. Dabei sei es manchmal schwer nachvollziehbar, was die Jugendlichen aus dem Reflexionsgespräch für sich persönlich mitnehmen.

Workshop 13:
Wenn die Luft raus ist – mit Bewegung Jugendliche erreichen, aktivieren, beteiligen

Input und Austausch

Referent: Hermann Städtler (Bewegte Schule)

Das Bewegungsverlangen und die Bewegungsfreude sind Grundbedürfnisse der Heranwachsenden. Diesen Bedürfnissen wird in der Schule, in der beruflichen Orientierung und der Ausbildung selten Rechnung getragen. Dabei schafft körperliche Aktivität nicht nur Konzentrationsfähigkeit, sie führt auch zur Teilhabe und erzeugt Wohlgefühl. Wohlgefühl wiederum ist die wichtigste Voraussetzung für angstfreies und effektives Lernen und Erkunden.

In diesem Workshop wurden zahlreiche Bewegungsimpulse ausprobiert. Bewegung macht buchstäblich gute Laune und die Teilnehmenden hatten viel Anlass zum Lachen. Die Teilnehmenden entwickelten Konzepte, um Bewegungsimpulse wie so genannte Wachmacher, Lernoptimierer und Entspanner anderen zu vermitteln.

Mit der Einschulung beginnt die sitzende Zeit – daher wird der Zeitpunkt in der Bewegten Schule auch „Einstuhlung“ genannt. Hermann Städtler regt dazu an, Bewegungsimpulse auch in die BO-Tage des BOP zu integrieren. Wenige Übungen reichen schon: „Das Gehirn erhält Energie durch Bewegung.“

Weitere Informationen finden Sie unter: https://bewegteschule.de

Leporello

HighTen

Papierkugel - Parallelball

Verwirrter Polizist

Die Mental-Stark-Bewegungspause

Fingerrechner

Fünferzählen

Gleich und gleich gesellt sich gern

Klammerkette

Klatschbegrüßung

Schnick-Schnack-Schnuck

Segeltörn

Intensiv-Workshop 16:
Konzept Wirkungsorientierung: Mit wirkungsorientiertem Arbeiten zu greifbaren Ergebnissen im BOP

Input und Gruppenarbeit

Moderation: Carsten Schülke (BIBB), Kevin Zäuner (BIBB)

Ein Wirkmodell hat das Ziel, erwünschte Änderungen (Outcomes) bei der Zielgruppe genau zu definieren. Es ist die Grundlage für die praktische Arbeit des pädagogischen Personals.

In diesem Workshop erhielten die interessierten Teilnehmenden einen ersten Einstieg in das Konzept der Wirkungsorientierung. In der anschließenden Gruppenarbeit wurde ein Wirkmodell mit Bezug zu den Bestandteilen des BOP untersucht. Dabei standen die Themen individuelle Standortbestimmung und Feedbackrunde nach den BO-Maßnahmen (Gruppensetting mit den Jugendlichen) im Mittelpunkt. Aspekte des Monitorings und der Ergebnissicherung wurden in den Gruppen vorbereitet. Durch die Darstellung der Gruppenergebnisse erhielten die Teilnehmende Impulse, wie Veränderungen bei der Zielgruppe systematisch dokumentiert werden können, um sie später z.B. in Berichtsform nachzuweisen.

In einem lebhaften, inspirierenden Erfahrungsaustausch integrierten die Teilnehmenden außerdem Erfahrungen ihres beruflichen Arbeitsalltags und tauschten sich über ihre Methoden aus. An den Beispielen des Wirkmodells und zur Ergebnissicherung wurde deutlich, dass wirkungsorientiertes Arbeiten neu strukturierte Denkweisen ermöglicht, um die Projektumsetzungen noch konkreter formulieren zu können.

Workshop 17:
Dokumentation und Reflexion von „nicht handlungsorientierten Aufgaben“ in der Potenzialanalyse

Input und Austausch

Moderation: Sanja Ahmadsei (BIBB)

Bei den „nicht handlungsorientierten Aufgaben“, zu welchen auch biografieorientierte Aufgaben gehören, steht die Lebensgeschichte der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Das Sammeln von Erlebnissen aus der Freizeit und Schule kann neue Erkenntnisse über erworbene Kompetenzen und Interessen liefern. Je individueller diese Erkenntnisse dokumentiert werden, desto hilfreicher sind sie im weiteren BO-Prozess und stellen einen Mehrwert für die Jugendlichen dar.

Welche Beobachtungen sollen auf welche Weise bei den biografieorientierten Aufgaben dokumentiert werden und welche Herausforderungen entstehen dabei? Diese Leitfragen diskutierten die Teilnehmenden lebendig in Kleingruppen und bereicherten sich im gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Es bleibt festzuhalten, dass biografieorientierte Aufgaben – anders als handlungsorientierte Aufgaben – nicht nach den Kriterien der Systemischen Beobachtung betrachtet und bewertet werden können. Der Fokus auf Stärken und Interessen der Jugendlichen sei Dreh- und Angelpunkt während der Beobachtung, die gleichzeitig nur eine Momentaufnahme ist. Die eigene pädagogischen Haltung spiele eine entscheidende Rolle, den Jugendlichen vor allem positiv, wertfrei, authentisch und empathisch zu begegnen. Ein ganzheitlicher Blick und eine gute Vorbereitung bleiben unerlässlich.

Der Redeanteil der Schülerinnen und Schülern während des Reflexionsgesprächs sollte sehr hoch sein. Nicht zu unterschätzen sei auch der Impuls, den man für weitere Schritte mitgeben kann: „Man muss den Schülerinnen und Schülern Raum geben“, so ein Teilnehmer und fügte hinzu: „So ganz nach dem Motto: Du bist der Experte für dich selbst – glaub an dich!“

Sie finden Arbeitsmaterialien für pädagogische Fachkräfte hier und den BOP-Podcast hier.

Workshop 18:
Den beruflichen Anwendungsfall konzipieren – Anlass für Teamwork

Input und Austausch

Referierende: Sabine Rodi, Michael Sorenson (Bildungsakademie Handwerkskammer Karlsruhe)

Moderation: Susanne Schemmer (BIBB)

Eine neue Vorgabe für die praxisorientierten BO-Tage des BOP ist die Gestaltung von beruflichen Anwendungsfällen. Um diese realitätsnah und gleichzeitig praktikabel zu gestalten, sollte die konzeptionelle Arbeit idealerweise im Team bestehend aus Projektleitung, Ausbildungspersonal und pädagogischen Fachkräften erfolgen. Die HWK Karlsruhe stellte dafür am Beispiel des Schreiner-Berufs die Herstellung einer Cajón vor. Im Anschluss fand ein Austausch statt.

Das Konzept der beruflichen Anwendungsfälle sei anspruchsvoll und mit Mehraufwand verbunden. Zahlreiche Herausforderungen ergeben sich für das Ausbildungspersonal auf unterschiedlichen Ebenen. Zum einen auf struktureller Ebene. Hier müsse z. B. die Machbarkeit hinsichtlich personeller und räumlicher Ressourcen gegeben sein. Die Administration müsse insgesamt reduziert werden. Des Weiteren sei die Finanzierung herausfordernd. Jedoch bestehe auch die Möglichkeit der Kooperation mit weiteren Trägern. Weitere Herausforderungen eröffnen sich auf pädagogischer Interaktionsebene. Insgesamt erfordere die Konzeption einen Mehraufwand. Mit den überarbeiteten Qualitätsstandards seien aber vor allem für die Jugendlichen Chancen verbunden. Sie profitieren insbesondere von der realitätsnahen Umsetzung sowie von der Ausweitung der Reflexionsanteile.

Workshop 19:
Erfahrungen aus den BO-Tagen dokumentieren und reflektieren – Ansätze im BOP

Input und Austausch

Referierende: Christina Ruck (Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt mbH); David Schwenen (Campus Handwerk Süd-West Niedersachsen; nicht anwesend)
Moderation: Anna Hetzinger (BIBB)

Während der BO-Tage dokumentieren die Schülerinnen und Schüler kontinuierlich ihre individuellen Erfahrungen, Erkenntnisse oder Aha‑Erlebnisse und werden dabei von den pädagogischen Fachkräften unterstützt und motiviert. In welcher Form, mit welchen Tools oder mit welchen Materialien die Dokumentation erfolgt, entscheiden die Träger. Den Rahmen dafür liefern die Qualitätsstandards.

In diesem Workshop erhielten die Teilnehmenden Einblicke und Anregungen für unterschiedliche Ansätze zur Dokumentation. Als gute Praxisbeispiele wurden ein BOP-Tagebuch zur Dokumentation (BOP-Träger Gesellschaft zur beruflichen Förderung Schweinfurt mbH) sowie ein digitales Tool zur Kompetenzerfassung während der BO-Tage (BOP-Träger Campus Handwerk Nordhorn) vorgestellt. Wenn die Reflexionseinheiten und der Einsatz von Arbeitsmaterialien zu Feedback und Reflexion gut vorbereitet sind, resultieren daraus wertvolle Impulse und Informationen – darüber waren sich alle Teilnehmenden einig.

Im BOP wurden außerdem Arbeitsmaterialien mit Erläuterungen entwickelt, die online abrufbar sind, um für möglichst viele Träger zugänglich und nutzbar zu sein. Sie dienen als Hilfestellung, die nach Gegebenheiten und jeweiliger Schulform angepasst werden dürfen bzw. zur Entwicklung eigener Materialien unterstützen.

Workshop 21:
Elternabend mal anders mit der 4-Felder-Methode: Eltern bedarfsgerecht einbinden

Input und Austausch

Moderation: Bettina Trappmann-Webers (BIBB), Olga Füten (BIBB)

Ideen zur stärkeren Aktivierung der Eltern/Erziehungsberechtigten für Elternabende zu generieren war das Ziel des Workshops. Die Gruppe der Eltern ist äußerst heterogen. Um sie erfolgversprechend anzusprechen, gibt es Methoden und Angebote. Ausgehend von der 4-Felder-Methode des Social Support, die im Workshop vorgestellt wurde, muss je nach Elterntyp die Ansprache und Durchführung eher auf der emotionalen, instrumentellen, informativen oder interpretativen Ebene erfolgen.

In Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden zu den Punkten „Einladung, Rahmenbedingungen, Inhalt und Abschluss des Elternabends“ je nach Elterntyp das idealtypische Vorgehen. Sie wurden bestärkt, verschiedene Formate und Herangehensweisen auszuprobieren, um differenzierte Bedarfe zu berücksichtigen und dadurch verschiedene Elterngruppen zu erreichen.

Folgende wesentliche Ergebnisse lassen sich festhalten:

  • Persönliche Ansprache bei Einladungen und ein interessantes Programm können entscheidend sein.
  • Vorträge externer Referenten können einen Mehrwert bieten.
  • Spezifische neue Instrumente können vorgestellt werden, z.B. Berufswahlpass.
  • Einladungen, Zeitrahmen und inhaltliche Abläufe sollten prägnant formuliert sein.
  • Feste Ansprechpersonen und Experten zu benennen und vorzustellen ist essenziell.
  • Interessante Orte und Räumlichkeiten: andere Orte als Schule (losgelöst vom Schulalltag), z.B. „draußen auf der Wiese“, Räumlichkeiten des Bildungsträgers
  • Neue Herangehensweisen: Übungen der Potenzialanalyse oder der praxisorientierten BO-Tage im Beisein der Ausbilderinnen und Ausbilder selbst durchführen
  • Präsenzformate sind erfahrungsmäßig kommunikativer, da sie die Möglichkeit eines solchen Austausches bieten, vermehrt Rückfragen gestellt werden und die Beteiligten miteinander interagieren.

 

Workshop 22 (entfallen)

entfallen

Workshop 28:
Vor- und Nachbereitung in der Schule: Lehrende ins BOP einbinden

Input und Austausch

Moderation: Olga Füten (BIBB), Co-Moderation: Stephanie Wojtaszek (BIBB)

Der Teacher Support hat laut Studien den größten Effekt auf die Berufswahlkompetenzentwicklung von Jugendlichen. Berufsorientierung in Schulen kann erfolgreich gelingen, wenn die Lehrkräfte durch Gespräche und Nachfragen Interesse für die Schüler und Schülerinnen signalisieren und sich ihrer Schnittstellenfunktion zwischen Trägern der BO-Maßnahme und Eltern bewusst sind.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass ein intaktes Netzwerk zu den Lehrerinnen und Lehrern gegeben sein müsse, um BO-Maßnahmen einzuführen und zu sichern. Auch bei der Nachbereitung der Potenzialanalyse und den BO-Tagen sei ein Austausch zwischen Trägern und Lehrkräften wertvoll und erstrebenswert. Wenn der Kontakt zu den Schulen schwierig sei, müsse die Schulleitung involviert werden. Sie kann im Kollegium das Thema BO priorisieren und die Lehrkräfte aktivieren.

Eine Handreichung für die betreffende Personenkreise (Lehrkräfte und Schulleitung) kann weiterhin unterstützen. Gute Erfahrungen hatten Träger bundeslandspezifisch mit Praktika und Fortbildungen für Lehrende im Bereich BO sowie allgemein damit Lehrkräfte aktiv in die BO-Tage einzubinden: Das eigene Erleben und der Perspektivenwechsel hilft dabei Schülerinnen und Schüler neu zu erleben und Talente losgelöst vom Schulzusammenhang wahrzunehmen.

Workshop 29:
Genderidentitäten in der Beruflichen Orientierung

Input und Austausch

Moderation: Philipp Zeuner (BIBB), Lisa Fournier (BIBB)

Mit welchen Pronomen spreche ich eine Person an, die nichtbinär ist? Dieser Workshop führte in das Thema Genderidentitäten und geschlechtliche Vielfalt ein, indem Begriffe wie z.B. Trans*, Cis und Inter* erläutert wurden und lud dazu ein, sich mit dem Thema Geschlecht differenzierter auseinanderzusetzen. Wie können die Mitarbeitenden des BOPs durch inklusives Sprechen und Handeln Jugendlichen Berufsorientierung in einem wertfreien Raum vermitteln? Viele nichtbinäre und trans* Menschen erfahren strukturelle, institutionelle und alltägliche Diskriminierung. Der Workshop sollte die Mitarbeitenden für das Thema sensibilisieren, um einen normalisierten Umgang zu bewirken.

Die interessierten Teilnehmenden tauschten sich über Erfahrungen, Konflikte und Unsicherheiten im Umgang mit Jugendlichen aus. Für viele war das Thema Geschlechteridentitäten in der Beruflichen Orientierung nicht völlig neu, da es in der Umsetzung des BOP bereits „gelebt“ wird. Dennoch berichteten Teilnehmende auch von Konflikten mit Kolleginnen und Kollegen, die das Geschlecht von Teilnehmenden nicht akzeptieren und sie absichtlich mit dem falschen Namen ansprechen, aber auch von administrativen Hürden, wenn Jugendliche ihr Geschlecht oder ihren Namen ändern. Die Suche nach praktischen Lösungen und einem pragmatischen Umgang bestimmten die Diskussion. Erarbeitete Unterstützungsmöglichkeiten seitens der pädagogischen Fachkräfte sind beispielsweise geschlechterinklusives Sprechen und Schreiben sowie eine offene und unterstützende Haltung gegenüber den Jugendlichen.

...

Melden Sie sich jetzt beim BOP-Newsletter an Anmeldung zum BOP-Newsletter Hier anmelden

Anmeldung zum Einladungsverteiler der Servicestelle Berufliche Orientierung/Bildungsketten

Mit der Anmeldung zu unserem Einladungsverteiler erhalten Sie zukünftig und bis auf Widerruf Einladungen per E-Mail zu Veranstaltungen wie z. B. der BOP-Fachtagung, Workshops und anderen Formaten, die von der Servicestelle Berufliche Orientierung/Bildungsketten ausgerichtet werden.

Hier anmelden