Fit im Umgang mit kultureller Vielfalt! (Seminarreihe)

Workshops und Online-Kurse – ein Lehrangebot für Träger und Kooperationsverbünde des Berufsorientierungsprogramms (BOP) und des Programms „Wege in die Ausbildung für Flüchtlinge“ sowie Berufseinstiegsbegleiter/innen.

Im Berufsorientierungsprogramm gewinnen jugendliche Migrantinnen und Migranten gemeinsam mit ihren Klassenkameraden an der Werkbank erste Eindrücke vom Berufsleben. Das hilft ihnen, sich beruflich und sozial zu integrieren. Doch die Arbeit der Ausbilderinnen und Ausbilder mit den jungen Migrant/innen und Fluchtmigranten/innen hält viele interkulturelle Fettnäpfchen bereit. So muss vielmehr als nur die Sprachbarriere berücksichtigt werden: Die jungen Menschen kommen aus Ländern mit anderen Wertvorstellungen und Kommunikationsregeln. Es ist nicht selbstverständlich, dass das, was ein Ausbilder sagt und meint, richtig bei den Jugendlichen ankommt. Auch Sinn und Zweck einer Berufsorientierung sind vermutlich vielen nicht klar.

Hier setzt die Seminarreihe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an. Sie baut die interkulturellen Kompetenzen des Ausbildungs- und Lehrpersonals weiter aus, so dass dieses sensibel auf die vielfältigen kulturellen Hintergründe der Jugendlichen reagieren kann. Das Programm bietet den Projektverantwortlichen und allen Beteiligten im BOP die Chance, ihre Handlungskompetenz in multikulturellen Handlungssituationen ihres  beruflichen Alltags weiter zu entwickeln und zu professionalisieren.

Das Lehrangebot wird vom Kölner Institut für interkulturelle Kompetenz e.V. (KIIK) konzipiert und umgesetzt und vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) begleitet.

Was erwartet die Teilnehmenden?

Die Fortbildung ist nach dem Blended-Learning-Prinzip gestaltet: Sie ist eine Kombination aus Präsenzveranstaltungen an verschiedenen Standorten in Deutschland sowie  Online-Materialien  zum Selbststudium. Alle Teilnehmenden erhalten zum Abschluss der Fortbildung ein Zertifikat.

Präsenzveranstaltungen
Jeder Teilnehmende schreibt sich für drei aufeinander aufbauende, jeweils zweitägige Workshops ein. In diesen Präsenzveranstaltungen wird mit Fallbeispielen aus der beruflichen Praxis, Lehrgesprächen, Gruppenarbeit, kleinen Übungen und Simulationen sowie kurzen Trainingsfilmen gearbeitet. Es werden die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt:

  • Einleitend wird in der ersten Präsenzveranstaltung zunächst ein Grundverständnis von Kultur und interkultureller Kompetenzentwicklung anhand von Praxisbeispielen erarbeitet. Was bedeutet Kultur in der beruflichen Bildung? Wie kann sich ein Ausbilder/eine Ausbilderin im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen so verhalten, dass diese sich respektiert fühlen und ihn/sie respektieren? Welcher Regeln und Tabus aus anderen Kulturen sollte man sich bewusst sein – und wie geht man in der Lehrsituation sensibel damit um? Der Kurs vermittelt Hintergrundwissen und gibt Raum für Diskussion.
  • Unterschiedliche kulturelle Regeln und fehlendes Bewusstsein hierüber können zu kommunikativen Missverständnissen, misslingenden Kontakten und Ablehnungsreaktionen (von Seiten des Lernenden, aber auch des Lehrenden) führen. In der zweiten Präsenzveranstaltung werden solche Kommunikationsstörungen näher beleuchtet und Kommunikationsstrategien dazu erarbeitet.
  • In der dritten Präsenzveranstaltung wird stark auf die Instrumente Potenzialanalyse und Werkstatttage fokussiert. Hier werden u.a. „Verzerrungen“ angesprochen, zu denen es beim Einsatz der Potenzialanalyse bei Jugendlichen mit einem anderen kulturellen Horizont kommen kann. Während man bei Jugendlichen aus Deutschland davon ausgeht, dass die in der Potenzialanalyse sondierten Stärken entsprechende berufliche Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen, können in den Zuwandererfamilien ganz andere Faktoren eine entscheidende Rolle für die spätere Berufswahl spielen. Gleichermaßen können in den Werkstatttagen durchlaufene Berufsfelder den jungen Teilnehmenden zwar gefallen, ihnen jedoch aufgrund geschlechtstypischer Rollen- und Berufsbilder ihrer Herkunftskultur kaum zugänglich sein. Im Workshop werden Konfliktfälle analysiert und mögliche Lösungsstrategien dazu entwickelt.

Online-Angebot
Begleitend zu den Präsenzveranstaltungen steht seit Juni 2016  auf der Plattform www.ueberaus.de ein Online-Lernangebot bereit. Der Arbeitsaufwand für die Bearbeitung dieser Materialien beträgt ca. zwei Stunden pro Woche über ein Jahr. Das Angebot besteht aus den folgenden Elementen:

  • Online-Lehreinheiten zur Vertiefung der Workshop-Inhalte
  • Tutorielle Begleitung (Ansprechpartner, Sprechstunden) über die BIBB-eigene Lernplattform www.ueberaus.de
  • überaus-Foren zur Diskussion mit dem Tutor und den anderen Teilnehmende
  • Übungen und Tests zur Lernstandsüberprüfung


 

Wer darf teilnehmen?

Mitarbeiter*innen von überbetrieblichen und vergleichbaren Bildungsstätten, die im Rahmen des BOPs gefördert werden (einschließlich entsprechender Träger in den Bundesländern NRW (KAoA) und Thüringen (Projektpartner der Handwerkskammer Südthüringen sowie Hamburg)
Um eine bestmögliche Qualifizierung der beteiligten Institutionen bei der Multiplikatorenausbildung zu gewährleisten, bestehen für die  Kooperationsverbünde folgende  Teilnahmemöglichkeiten.

Es stehen pro Trägerverbund (auch für die Kooperations- bzw. Verbundpartner) folgende Anmeldemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Bildungspersonal (Schwerpunkt PA)
  • Ausbildungspersonal
  • Auch die Anmeldung von Honorarkräften ist ausdrücklich erwünscht und möglich
  • Projektleitung (auch Bereichsleitungen bzw. Koordinatoren / Verantwortliche aus dem Bereich Koordinierung / Konzeptentwicklung / Qualitätsmanagement / Evaluation mit konzeptionellen Schwerpunkten bezüglich BOP bzw. BO) à Hier können auch zusätzlich Personen angemeldet werden, die einer Institution zuzuordnen sind, die das Antragsverfahren inhaltlich und konzeptionell vorbereiten und begleiten, aber kein eigenes Förderkennzeichen besitzen (z.B. Koordinierungsstellen; Trägerstandort mit rein konzeptionellen Aufgaben für die gesamte Institution mit den jeweiligen Standorten).

Bitte achten Sie auf ein ausgewogenes Verhältnis von Ausbildungs- und Bildungspersonal sowie eine ausgewogene Beteiligung von den beteiligten Trägern im Verbund.

Honorarkräfte und Projektleitung etc. melden sich im Anmeldeportal bitte unter dem Feld Bildungspersonal an

Mitarbeiter*innen von BerEb-Trägern
Hier steht pro Träger ein Platz zur Verfügung (nach Möglichkeit sollte ein_e Bereb-Koordinator_in teilnehmen.)

Mitarbeiter*innen von Trägern des Programms „Perspektiven für jugendliche Flüchtlinge“ (PerjuF).
Hier stehen pro Institution und Standort zwei Teilnehmerplätze zur Verfügung.
Die Teilnehmerzahl je Präsenzveranstaltung ist auf 25 Personen begrenzt (Anmeldestopp)!

Organisatorisches

  • Die Teilnehmenden melden sich verbindlich für den gesamten Kurs (Präsenzveranstaltungen und Online-Learning) an.
  • Es fallen keine Teilnahmegebühren an; die Kosten für eine bis zwei Übernachtungen im Tagungshotel werden übernommen. Die An- und Abreise wird durch den Träger finanziert.
  • Die Kurse der ersten Präsenzphase haben (je nach Lernort und Schulferienzeiten) zwischen dem 20. Juni und 15. September 2016 stattgefunden. Die zweite Präsenzphase geht von Oktober bis Dezember 2016, die dritte von Januar bis April 2017. Das Programm endet im Frühsommer 2017.
  • WICHTIG: Sollten Sie kurzfristig doch nicht an dem Seminar teilnehmen können, muss Ihre Teilnahme mind. 48h vor Veranstaltung bei K 3.0 schriftlich per E-Mail storniert werden (Kontakt: seminarreihe-BOP@k3punkt0.de). Ansonsten werden Ihnen die Stornokosten in Rechnung gestellt.

Ihre Ansprechpartnerin bei organisatorischen Rückfragen:

Stefanie Müller
K3.0 GmbH
E-Mail: seminarreihe-BOP@k3punkt0.de
Tel.: 0221 / 669507 - 31
Fax: 0 221 / 669507 - 5935

Ihr Ansprechpartner bei inhaltlichen Rückfragen:

Kölner Institut für Interkulturelle Kompetenz e.V.
E-Mail: info@kiik.eu