Evaluation des Programms

Wie profitieren die Jugendlichen vom Berufsorientierungsprogramm und wie könnte man es noch besser umsetzen? Um diese Fragen zu beantworten, wird das Programm kontinuierlich evaluiert.

„Das Berufsorientierungsprogramm trägt positiv zur Entwicklung der Berufswahlkompetenz Jugendlicher bei“, so ein erfreuliches Zwischenergebnis der programmbegleitenden Evaluation. Seit 2013 werden Jugendliche in Interviews oder per Fragebogen wiederholt zur ihrer Einschätzung des Berufsorientierungsprogramms (BOP), zu Merkmalen der Berufswahlkompetenz und zu ihrer beruflichen Orientierung befragt. Auch Lehrkräfte, am Programm beteiligte Ausbilderinnen und Ausbilder und  Eltern geben regelmäßig ihre Einschätzungen ab.

Die bisherigen Erkenntnisse stimmen optimistisch: Die Berufswahlkompetenz ist bei den jungen Teilnehmenden höher als bei denen, die nicht am BOP teilgenommen haben. Dabei zeigt sich auch, dass Schülerinnen und Schüler, die am Programm teilgenommen haben, Maßnahmen im Anschluss wie das Betriebspraktikum fast durchweg positiver bewerten und daraus für sich einen stärkeren Nutzen ziehen können. Und: Sie landen nach der Schule häufiger in ihrem Wunschberuf.

In den noch ausstehenden Befragungen wird sich zeigen, ob sich dieser positive Trend weiter bestätigen lässt. Alle zentralen Ergebnisse werden durch das externe Evaluationsteam (bestehend aus der INTERVAL GmbH, der Universität Hannover, dem Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung und der qualiNETZ GmbH) in Berichten zusammengefasst und auf dieser Website veröffentlicht. Die Evaluation wird im Jahr 2017 mit einem ausführlichen Endbericht abgeschlossen.

Lesen Sie im Folgenden die Zwischenberichte der Evaluation.

Vierter Zwischenbericht (März 2017)

Mit der letzten Welle einer Befragung von Schülerinnen und Schülern ist ein weiterer Ergebnis-Baustein der BOP-Evaluation abgeschlossen. Die neuen Erkenntnisse liefern  Hinweise auf wirksamkeitsförderliche Faktoren in der Umsetzungspraxis des BOP.

Die Untersuchungsergebnisse des in diesem Zwischenbericht analysierten Panels entsprechen nicht durchweg den Ergebnissen anderer Forschungsmodule der Evaluation. Speziell in der Schülerbefragung des Jahres 2015 in Abgangsklassen wurde ein signifikanter Vorsprung in der Entwicklung der Berufswahlkompetenz zwischen der  BOP-Interventionsgruppe und der Kontrollgruppe festgestellt. Dieser Vorsprung konnte in der Panel-Erhebung nicht bestätigt werden. Daraus ist zu schlussfolgern, dass die Wirkung des BOP zwar weiterhin existent, aber nicht (mehr) größer ist als die von anderen Berufsorientierungsangeboten der Kontrollgruppe.

Ein Blick auf Umsetzungsdetails im BOP zeigt aber, dass die Einhaltung bestimmter Qualitätsmerkmale die Wirkungen positiv beeinflusst. Als besonders förderlich erweisen sich z.B. die reflektierenden Gespräche zu den Erlebnissen und Erfahrungen im BOP. Auch die Kombination und das Anforderungsniveau der Aufgaben in den Werkstatttagen oder der Durchführungszeitpunkt der Potenzialanalyse haben Einfluss auf die Entwicklung von Berufswahlkompetenz. Die Liste verschiedener Erfolgsfaktoren ist im hier vorliegenden vierten Zwischenbericht sicher noch nicht vollständig. Weitere Analysen dazu werden Gegenstand der abschließenden Bewertung aller Erhebungsbausteine sein. Auf den Abschlussbericht der Evaluation, der im Herbst 2017 zu erwarten ist, darf man also gespannt sein.

4. Zwischenbericht BOP-Evaluation (2017)

Dritter Zwischenbericht (März 2016)

Den empirischen Kern des dritten Zwischenberichts zur Evaluation des Berufsorientierungsprogramms bilden wiederholte qualitative Interviews mit knapp 200  Schülerinnen und Schülern in der 7., 8. und 9. Klasse sowie eine quantitativ ausgerichtete Befragung von 2.170 Schülerinnen und Schülern aus Abgangsklassen.

Die Interviews liefern erfreuliche Erkenntnisse über die Wirkungen des BOP: Die Berufswahlkompetenz ist bei den Teilnehmenden des BOP höher als bei der Kontrollgruppe. Auch zeigt sich ein Multiplikatoreneffekt für andere Angebote der Berufsorientierung. Das heißt: Jugendliche, die am BOP teilgenommen haben, bewerten Maßnahmen im Anschluss, wie z.B. das Betriebspraktikum, fast durchweg positiver und können daraus einen stärkeren Nutzen für sich ziehen.  Dies deckt sich mit der Intention des BOP, dass die Erfahrungen der Werkstatttage für eine passgenaue Auswahl der Praktika genutzt werden sollen.

3. Zwischenbericht BOP-Evaluation (2016)

Sonderbericht (Juni 2015)

Im Fokus dieses Sonderberichts zur Evaluation des Berufsorientierungsprogramms stehen regionale Einbettung und Kooperation der Berufsbildungsträger mit Schulen und weiteren beteiligten Akteuren. Der Bericht beleuchtet die Beziehungen der Träger zu den Schulen, an denen das BOP umgesetzt wird, sowie die Einflussmöglichkeiten der BOP-Träger auf schulische Aktivitäten zur Berufsorientierung über die Umsetzung von Potenzialanalyse und Werkstatttagen hinaus.

Neben der Zusammenarbeit mit Schulen werden die Schnittstellen zwischen BOP und Berufseinstiegsbegleitung sowie die Kooperation zwischen Trägern und anderen Akteuren in der Region unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten untersucht. Außerdem gibt der Bericht Aufschluss über weitere Maßnahmen und Fördermöglichkeiten, welche die Träger ergänzend zum BOP nutzen.

Die Auswertung dieser Erhebung zeigt, dass die BOP-Träger grundsätzlich regional gut vernetzt sind und Kontakte zu Schulen in der Regel auch über das BOP hinaus pflegen. Es zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede in Umfang und Ausgestaltung dieser Kontakte.

Sonderbericht BOP-Evaluation (2015)

Zweiter Zwischenbericht (Februar 2015)

Für den zweiten Zwischenbericht zur Evaluation des Berufsorientierungsprogramms wurden Potenzialanalysen und Werkstatttage beobachtet sowie  Interviews mit Beteiligten (Mitarbeitende der Berufsbildungsstätten, Lehrkräfte, Eltern) sowie mit den Schülerinnen und Schülern geführt. Ferner wurden vorhandene Antragsdaten einer erneuten Auswertung unterzogen.

Dabei hat sich gezeigt: Den Schülerinnen und Schülern erschließt sich der Zusammenhang der Potenzialanalyse zur Berufsorientierung weniger deutlich. Von der praktischen Erprobung im Rahmen der Werkstatttage profitieren die Jugendlichen unter anderem hinsichtlich ihrer Selbsteinschätzung in Bezug auf berufliche Handlungskompetenzen stärker. Motivierend wirkt sich insbesondere eine möglichst realitätsnahe Gestaltung der Berufsfelder aus. Insgesamt erscheint mehr Transparenz gegenüber Schülerinnen und Schülern, Erziehungsberechtigten und Lehrkräften sinnvoll, um positive Effekte der Maßnahme im Sinne der Berufsorientierung weiter zu verstärken.

2. Zwischenbericht BOP-Evaluation (2015)

Präsentation zur Evaluation auf der 4. BOP-Jahrestagung (Dezember 2014)

Die Auswertungen im Zusammenhang mit der Erstellung des zweiten Evaluations-Zwischenberichts waren Kern der Präsentation von Dr. Jörn Sommer von der INTERVAL GmbH auf der 4. BOP-Jahrestagung im Dezember 2014 in Berlin.

Präsentation Evaluation auf der 4. BOP-Jahrestagung (2014)

Sonderbericht (Juli 2014)

Im Herbst 2013 wurden im Rahmen der Evaluation des Berufsorientierungsprogramms drei Erhebungen durchgeführt: eine Befragung der Projektleitungen von BOP-Projekten in den Berufsbildungsstätten, eine Befragung der im BOP pädagogisch Mitarbeitenden der Berufsbildungsstätten (z. B. Ausbilderinnen und Ausbilder) sowie eine Befragung von Lehrkräften an beteiligten Schulen.

Die Befragungen bezogen sich inhaltlich sowohl auf die Umsetzung des BOP als auch darauf, wie die Beteiligten die Effekte des BOP auf die Schülerinnen und Schüler wahrnehmen. Der Sonderbericht 2014 fasst die Ergebnisse dieser drei Erhebungen zusammen.

Wie ist das BOP in der Berufsbildungsstätte strukturiert, wie sind Potenzialanalyse und Werkstatttage gestaltet, wie Vernetzung und Nachhaltigkeit im Konzept verankert? Ergebnis der Erhebungen ist eine facettenreiche Zusammenstellung sowohl von rein statistischen Informationen zur Umsetzung als auch von der inhaltlichen Ausgestaltung der Maßnahme durch die Träger.

Grundsätzlich besteht bei den Schulen eine hohe Zufriedenheit mit dem BOP, die bei den Werkstatttagen noch stärker ausgeprägt ist als bei den Potenzialanalysen. Lehrkräfte sehen einen Vorteil in dieser Art der Beschäftigung mit Berufsorientierung – für die Jugendlichen als auch für das Kollegium.

Sonderbericht BOP-Evaluation (2014)

Erster Zwischenbericht (Dezember 2013)

Der erste Zwischenbericht zur Evaluation des Berufsorientierungsprogramms stellt das Untersuchungskonzept, Erkenntnisse aus der Analyse der vorliegenden Antragsdaten und erste Ergebnisse aus den qualitativen Befragungen von Schülerinnern und Schülern vor. Darüber hinaus wird der zugrundliegende theoretische Ansatz der Erhebung zum Thema Berufswahlkompetenz erläutert.

Da die ersten Befragungen von Schülerinnen und Schülern vor deren Teilnahme am BOP durchgeführt wurden, können zu diesem Zeitpunkt noch keine Aussagen über mögliche Wirkungen der Maßnahme getroffen werden. Erwartungsgemäß sind die meisten Jugendlichen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht auf einen bestimmten Beruf festgelegt.

Das theoretische Modell der Laufbahnadaptabilität hat sich für die Evaluation des BOP bewährt. Die Analyse der vorliegenden Antragsdaten liefert statistische Basisinformationen zur Verteilung des BOP nach Bundesländern, zu Größenunterschieden der Projekte, zu angebotenen Berufsfeldern sowie zu eingesetzten Potenzialanalyseverfahren.

1.Zwischenbericht BOP-Evaluation (2013)

Präsentation zur Evaluation auf der 3. BOP Jahrestagung (Dezember 2013)

Die Präsentation von Dr. Jörn Sommer (INTERVAL GmbH) gibt einen kurzen Überblick über die Themen des ersten Zwischenberichts und beinhaltet darüber hinaus bereits Erkenntnisse aus der Befragung der Berufsbildungsstätten und Schulen.

Präsentation Evaluation auf der 3. BOP-Jahrestagung (2013)

Erste Evaluation des Berufsorientierungsprogramms (2010)

Das Berufsorientierungsprogramm startete 2008 als Pilotprojekt. Nach der positiven Bilanz einer ersten Evaluation in den Jahren 2009 und 2010 wurde das Programm verstetigt. Die Evaluation wurde im Auftrag des BMBF vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik GmbH durchgeführt.

Mit der ersten Evaluation wurden die subjektiven Einschätzungen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Mitarbeitenden der Berufsbildungsstätten erhoben. Darüber hinaus wurde überprüft, ob bei dem Programm die Zielsetzung und der Ressourceneinsatz in einem effektiven Verhältnis zueinander standen und in welcher Weise dieses Verhältnis verbessert werden kann. Weiterhin wurde das Berufsorientierungsprogramm mit existierenden Programmen Dritter abgeglichen und eine mögliche Verstetigung geprüft.

Die hohe Zufriedenheit unter den oben genannten Beteiligten mit dem BOP führte im Jahr 2010 so auf Basis dieser Evaluation zu einer vorzeitigen Verstetigung des Programms.

Abschlussbericht der ersten BOP-Evaluation (2010)