Häufige Fragen Richtlinie 2011

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zur Richtlinie des Berufsorientierungsprogramms vom 6. Dezember 2011 zu Themen wie Antragstellung, ‑bewilligung, Durchführung sowie zu den Instrumenten Potenzialanalyse und Werkstatttage.

Wichtiger Hinweis für Antragsteller in Kooperation mit Schulen aus Nordrhein-Westfalen (NRW)

Ab dem Schuljahr 2014/2015 werden alle 53 Kommunen in Nordrhein-Westfalen in das Gesamtsystem Übergang Schule-Beruf des Landes NRW eingebunden. Damit werden ab dieser Antragsrunde 2014 (Förderzeitraum 01.01.2015 - 31.08.2016) keine Anträge eines Antragstellers, der mit Schulen in Nordrhein-Westfalen kooperieren möchte, über das BIBB gefördert. Stattdessen erfolgt nunmehr die Organisation der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Maßnahmen der Berufsorientierung in NRW über die Koordinierungsstellen der Kommunen. Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://www.keinabschlussohneanschluss.nrw.de/startseite.html
Antragsteller mit Sitz in NRW, die Maßnahmen mit Schulen in anderen Bundesländern (außer Thüringen) durchführen möchten, sind hiervon nicht betroffen.

Bestehende Bewilligungen des BIBB für Träger aus NRW bleiben hiervon unberührt.

Antragsberechtigung

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Träger von überbetrieblichen und vergleichbaren Berufsbildungsstätten. Voraussetzung ist, dass der Antragsteller überbetriebliche Lehrlingsunterweisung anbietet oder über eine entsprechende Erfahrung in der beruflichen Erstausbildung verfügt. z.B. Erfahrung mit BaE (Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen)-integrativ (nicht kooperativ), nicht jedoch die alleinige Erfahrung mit BvB (Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BVB) gem. SGB III). Entsprechende Werkstatteinrichtungen müssen vorhanden sein. Offenheit für die Kooperation mit anderen Berufsbildungsstätten wird erwünscht, um ein vielfältiges Berufsspektrum anbieten zu können.

Welche Voraussetzungen müssen die Kooperationspartner haben?

Die Kooperationspartner, die für die Durchführung der Werkstatttage eingebunden werden, müssen die o. g. Voraussetzungen ebenfalls erfüllen.

Können auch nicht gemeinnützige Träger einen Antrag stellen?

Ja, wenn sie die o.g. Bedingungen erfüllen und geeignet sind, die Ziele der Richtlinien umzusetzen. Die Gemeinnützigkeit muss nachgewiesen werden. Die nicht gemeinnützigen Träger werden einer Bonitätsprüfung unterzogen.

Können auch Schulen einen Antrag stellen?

Nein. Sie können jedoch auf Träger zugehen, diese von der Antragsstellung überzeugen und dann mit ihnen Kooperationsverträge abschließen.

Können auch Berufsschulen oder Berufsfachschulen einen Antrag stellen?

Nein. Berufsschulen oder Berufsfachschulen sind grundsätzliche keine Träger von Berufsbildungsstätten nach diesen Richtlinien. Sie bieten schulische Ausbildungen an. Die praktische Ausbildung findet in der Regel in Betrieben/Unternehmen statt. Sie unterliegen im Übrigen der ausschließlichen Zuständigkeit der Länder.

Sind Betriebe antragsberechtigt?

Grundsätzlich nein. Es sei denn, sie sind Träger einer Berufsbildungsstätte im Sinne der Richtlinien.

Sind Bildungseinrichtungen aus dem kaufmännischen und sozialen Bereich auch antragsberechtigt?

Sofern die Ausbildung in diesen Bildungseinrichtungen der Lehrlingsunterweisung in überbetrieblichen Berufsbildungsstätten vergleichbar ist, sind Maßnahmen der Berufsorientierung dieser Träger förderfähig.

Antragsstellung

Gibt es spezielle Antragsvordrucke und Antragsfristen?

Es gibt spezielle Antragsfristen. Anträge können in jedem Jahr ausschließlich in der Zeit vom 1. Januar bis 1. März beim Bundesinstitut für Berufsbildung über das Online Portal (www.bop-portal.de) des Programms gestellt werden. Die Freischaltung erfolgt am 01.01.2014. Der ausgefüllte Antrag ist auszudrucken und rechtsverbindlich unterschrieben an das

Bundesinstitut für Berufsbildung
Arbeitsbereich 3.1
Postfach 20 12 64
53142 Bonn

zu senden. Es gilt das Datum des Poststempels.

Der Antrag muss alle erforderlichen Angaben enthalten, die eine Bewertung des Projektes nach verschiedenen Kriterien ermöglicht. Er bildet die Grundlage für eine Auswahl zur Förderung nach einem Punkteranking und entsprechend den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln.
Der Antrag kann erst bewertet werden, wenn er vollständig über das BOP-Portal bis spätestens 1. März 2014 gestellt wurde und dem BIBB ausgedruckt mit allen erforderlichen Anlagen rechtsverbindlich unterschrieben vorliegt.

Dem schriftlichen Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Satzung bzw. Gesellschaftsvertrag.
  • Bescheinigung des Finanzamtes über Gemeinnützigkeit (bei Antragstellern, die im Sinne der Abgabenordnung gemeinnützige juristische Personen des privaten Rechts sind).
  • Erklärung zur Bonität bei Antragstellern, die (nicht gemeinnützige) juristische Personen des   privaten Rechts sind.
  • Nachweis der Rechtsverbindlichkeit der Unterschrift(en) ggf. Vollmacht.
  • Absichtserklärungen (letter of intent) von allen beteiligten Schulen unter Angabe der voraussichtlichen Schülerzahlen.
  • Nachweis über die Erfahrungen in der Erstausbildung bei vergleichbaren Berufsbildungsstätten (z. B. durch den Bescheid der Bundesagentur für Arbeit).
  • Anlage C zu subventionserheblichen Tatsachen.
  • Ablaufplan der Werkstatttage
  • Ablaufplan der Potenzialanalyse

Weitere Erläuterungen zur Antragstellung finden Sie im Online-Portal des Programms.

Müssen alle Unterlagen (subventionserhebliche Tatsachen, HR-Auszug, Bescheinigung des Finanzamtes über die Gemeinnützigkeit, Satzung, Gesellschaftsvertrag etc.) vom Träger eingereicht werden, obwohl diese bereits vorliegen?

Es handelt sich bei der Antragstellung der Antragsrunde 2014 um einen Neuantrag. Daher sind die Unterlagen einzureichen, auch wenn diese ggf. aufgrund einer bestehenden Bewilligung bereits vorliegen.

Ist die Vorlage von Absichtserklärungen verpflichtend?

Mit dem Antrag sind als Mindestanforderung Absichtserklärungen (letter of intent) aller im Antrag genannten beteiligten Schulen mit den voraussichtlichen Schülerzahlen fristgerecht vorzulegen. Werden keine Absichtserklärungen oder Kooperationsvereinbarungen mit der Antragstellung eingereicht, sind die Anspruchsvoraussetzungen nicht erfüllt. Der Antrag müsste abgelehnt werden. Die Absichtserklärungen müssen aktuell sein und sich konkret auf den beantragten Förderzeitraum 01.01.2015 bis 31.08.2016 beziehen. Absichtserklärungen oder Kooperationsvereinbarungen früherer Antragstellungen können nicht berücksichtigt werden.

Wann müssen die Kooperationsvereinbarungen mit den Schulen vorgelegt werden?

Mit dem Antrag sind als Mindestanforderung aktuelle Absichtserklärungen (letter of intent) aller im Antrag genannten beteiligten Schulen mit den voraussichtlichen Schülerzahlen fristgerecht vorzulegen. Die Kooperationsvereinbarungen sind für die Antragstellung grundsätzlich noch nicht erforderlich. Wird ein Antragsteller ausgewählt, erhält er hierüber ein Schreiben mit dem er dann aufgefordert werden wird, die Kooperationsvereinbarungen mit Angabe der verbindlichen Schülerzahlen einzureichen. Die Information zur Auswahl erfolgt bis in der Regel bis 30.06.2014. Mit der Information zur Auswahl erfolgt die Aufforderung zur Vorlage voraussichtlich bis 31.08.2014 der Kooperationsvereinbarungen 31.08.2014. Die Bewilligungen erfolgen danach.

Wann muss welches Jahr beantragt werden?

 Antragstellung

 Bewilligungszeitraum

 01.01.- 01.03.2014

 01.01.2015 – 31.08.2016

 01.01.- 01.03.2015

 01.01.2016 – 31.08.2017

 01.01.- 01.03.2016

 01.01.2017 – 31.08.2018

 usw.

 usw.

Zielgruppe

An welche Jugendliche richtet sich das Programm?

Das Angebot dieser Berufsorientierung richtet sich an Jugendliche, die einen Sekundarabschluss I als höchsten Schulabschluss an einer allgemeinbildenden Schule anstreben.

Förderfähige Maßnahmen

Welche Maßnahmen sind förderfähig?

Berufsorientierungsmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler die einen Sekundarab-
schluss I als höchsten Schulabschluss an einer allgemeinbildenden Schule anstreben. Die Maßnahmen bestehen aus:

  • Einer Potenzialanalyse in der Regel ab Klasse 7/2 (soweit eine Potenzialanalyse nicht bereits vorliegt bzw. von anderer Seite durchgeführt wird).
  • Werkstatttagen (Praxistage) in einer ÜBS oder einer vergleichbaren Berufsbildungsstätte in der Regel ab Klasse 8.

Die Potenzialanalyse und die Werkstatttage sind in einem engen zeitlichen Zusammenhang durchzuführen.

Die Berufsorientierungsmaßnahmen können auch vollständig in der Klasse 7 und oder der Klasse 8 durchgeführt werden. Bereits begonnene oder abgeschlossene Maßnahmen können nicht gefördert werden (vgl. ANBest-P).

Wonach richtet sich die Mindestschülerzahl von 50, die mit einem Antrag beantragt werden muss? Ist dies Schulabhängig?

Nein. Es sind in der Regel vollständige Maßnahmen für mindestens 50 Schüler/innen zu beantragen. Die Schüler/innen müssen nicht dieselbe Schule besuchen. Wird die vorgelagerte Potenzialanalyse (z. B. Hessen) nicht selbst durchgeführt, sind mindestens für 50 Schüler/innen die Werkstatttage zu beantragen.

Wie viele und welche Berufsfelder müssen für die Werkstatttage angeboten werden?

Es müssen mindestens fünf Berufsfelder angeboten werden. Das Angebot muss beide der unten aufgeführten definierten Blöcke abdecken. Die Jugendlichen müssen sich in mind. Drei Berufsfelder praktisch erproben. Die Auswahl der Jugendlichen muss nicht beide Berufsfelder abdecken. Im Interesse einer vielfältigen und individuellen Berufsorientierung können die Jugendlichen diese drei Berufsfelder im Idealfall aus einem breiteren Angebot auswählen. Die Kooperation mit anderen Berufsbildungsstätten ist erwünscht.

Liste und Blöcke der Berufsfelder (Stand Dezember 2013):

Block I:
Produktion/Handwerk/Technik

Block II:
Dienstleistung/Wirtschaft/Soziales

  1. Landwirtschaft und Ernährung
  2. Metall und Kunststoff
  3. Fahrzeuge
  4. Elektro
  5. SHK
  6. Bau
  7. Holz
  8. Farbe/Raumgestaltung
  9. Naturwissenschaften; Optik/Glas/Keramik
  10. Textil/Leder/Bekleidung
  1. Hauswirtschaft
  2. Lager/Logistik
  3. Verkauf
  4. IT, Druck und Medien
  5. Wirtschaft und Verwaltung
  6. Gesundheit, Erziehung und Soziales
  7. Kosmetik und Körperpflege
  8. Hotel- und Gaststätten

Erläuterungen: Im Berufsfeld "1. Landwirtschaft und Ernährung" sind die Berufe des Gartenbaus enthalten.
Das Berufsfeld "9. Naturwissenschaften" enthält u. a. die Berufe im Bereich "erneuerbarer Energien" und den Beruf "Chemikant".

Wie ist die Finanzierung der Maßnahme zu kalkulieren?

Pro Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) und Schüler/in werden 800,00 € veranschlagt. Das BMBF trägt hiervon 500,00 €. Die weiteren Ausgaben (300,00 €) sind durch Eigenmittel des Antragstellers oder durch Drittmittel zu decken. Als Ausgaben pro Maßnahmen und Schüler kann der Antragssteller, Personalkosten, Sachkosten, Fahrtkosten, Miete etc. einrechnen. Liegen die von Ihnen angenommenen Gesamtausgaben für eine Maßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) unter 800,00 € besteht die Vermutung, dass die Qualität der Maßnahme eventuell nicht gewährleistet ist.

Was sind Eigenmittel? Was sind Drittmittel?

Als Eigenmittel werden alle dem Zuwendungsempfänger zur Verfügung stehenden Geldmittel anerkannt. Der Wert von Sachleistungen bzw. von unbaren Eigenleistungen (z. B. durch die Bereitstellung von eigenem Personal für das Projekt) kann ebenfalls mit einbezogen werden.
Drittmittel sind Leistungen Dritter, die in ein Projekt eingebracht werden können, z.B. Arbeitsstunden der betreuenden Lehrkräfte im Projekt (Landesmittel) oder Fahrtkosten, die vom Land und/oder der Kommune getragen werden.

Können Gehälter von Lehrkräften als Mittel zur Kofinanzierung anerkannt werden?

Ja. Es handelt sich um Drittmittel. Es kann ein Durchschnittswert zugrunde gelegt werden. Diesen Wert kann in der Regel von den zuständigen Ministerien der Länder erfragt werden.

Können nur Potenzialanalysen beantragt werden?

Nein.

Wird ein Förderzuschlag für „Förderschüler“ in Inklusionsklassen gezahlt?

Nein. Der Förderschülerzuschlag wurde eingerichtet, da „reine“ Förderschulklassen bei den Werkstatttagen einen höheren Betreuungsschlüssel haben bzw. in kleineren Gruppengrößen die Werkstatttage durchlaufen sollen.
Ein Zuschlag kann jedoch auch für einen/eine Schüler/in mit sonderpädagogischen Förderbedarf in einer gemischten Gruppe gezahlt werden. Voraussetzung hierfür ist die Bestätigung der Schule, dass es sich um einen Schüler/eine Schülerin mit einem solchen Förderbedarf handelt.
Kann diese Unterscheidung aufgrund der Einbindung in Inklusionsklassen nicht getroffen werden, kann der gesonderte Zuschlag nicht gewährt werden.

Werden Fahrtkosten gesondert über das Programm gezahlt bzw. beantragt werden?

Nein. Es handelt sich bei den gewährten Zuwendungen um eine Festbetragsfinanzierung. Es werden keine zusätzlichen Mittel für Fahrtkosten zur Verfügung gestellt, diese können aber als Eigenmittel oder Drittmittel in die Finanzierung eingebracht/eingerechnet werden.

Antragsauswahl

Wie werden Anträge für die Förderung ausgewählt?

Die Anträge müssen die grundsätzlichen Fördervoraussetzungen erfüllen. Die Fördervoraussetzungen sind in den Nr. 2-4 der Richtlinien dargestellt. Anträge, die die formalen Förderkriterien bzw. die Zuwendungsvoraussetzungen nicht erfüllen, werden abgelehnt.

Es erfolgt eine regionale Verteilung der zu Verfügung stehenden Haushaltsmittel bezogen auf die Zahl der Abgänger ohne Hauptschulabschluss in den Bundesländern. Unter den förderfähigen Anträgen aus den einzelnen Bundesländern wird anhand von weiteren Qualitätskriterien (z. B. Eignung des Trägers, Ausgestaltung der Potenzialanalyse u. a.) in den Bundesländern eine Rangfolge erstellt in denen mehr Anträge gestellt wurden, als Haushaltsmittel zur Verfügung stehen.

Das Auswahlverfahren und das Bewertungsverfahren wird auf der Internetseite des Programms ausführlich erläutert: www.berufsorientierungsprogramm.de.

Welche Unterlagen muss ein Antragsteller, der für die Förderung ausgewählt wurde, nachreichen?

Ein Antragsteller, der nach dem Auswahlverfahren ausgewählt wurde und für eine Förderung vorgesehen ist, muss Kooperationsverträge mit den beteiligten Schulen nachreichen. Darin müssen u. a. verbindliche Angaben über die Anzahl der vorgesehenen Schülerinnen und Schüler enthalten sein.

Welche Nachweise muss der Antragsteller bei sich vorhalten?

Ausbildungsnachweise und Nachweise für die Beobachterschulung des bei der Potenzialanalyse eingesetzten Personals sind beim Antragsteller vorzuhalten. Diese Nachweise sind ggf. auf Aufforderung nachzureichen.

Bewilligung

Wie sieht die Bewilligung aus?

  • Pro Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) und Schüler/in werden 800 € Ausgaben veranschlagt. Darauf muss die Finanzierung basieren.
  • Davon beträgt die Zuwendung 500 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in.
  • Der Zuschuss reduziert sich auf 300 € (Festbetrag) je Maßnahme/Schüler/in, wenn eine Potenzialanalyse (nach den vorgegebenen Standards) vor Beginn der Werkstatttage bereits stattgefunden hat.
  • Der Zuschuss erhöht sich  um 100 € pro Teilnehmer/in für die Werkstatttage, soweit es sich um Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf handelt.
  • Im Zuwendungsbescheid werden die bewilligten Mittel und die Anzahl der Berufsorientierungsmaßnahmen festgelegt. In einer Aufstellung ist die genaue Aufteilung der Mittel auf die Haushaltsjahre und die Anzahl und die Zuordnung der bewilligten    Potenzialanalysen, Werkstatttage und der Zuschlag für Förderschuler bezogen jeweils auf die Haushaltsjahre aufgeführt. Dies ist Bestandteil des Bescheides. Die Maßnahmen dürfen grundsätzlich nur in der bewilligten Anzahl und Aufteilung und Zuordnung  durchgeführt werden. Änderungen sind mitzuteilen und bedürfen der Zustimmung.
  • Mittel der Bundesagentur für Arbeit oder der Grundsicherungsträger können für dieses Programm (z. B. für das Einbringen von Drittmittel) nicht verwendet werden.
  • Grundlage des Zuwendungsbescheides sind die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Projektförderung (ANBest-P) und die Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (BNBest-P).
  • Ein Zuwendungsempfänger ist verpflichtet:
  • Bei Ausschreibungen, Bekanntmachungen, Veröffentlichungen und Ähnlichem auf die Förderung durch das BMBF hinzuweisen;
  • an Evaluation und Verbleibstudien mitzuwirken und die hierfür erforderlichen Angaben bis zu 4 Jahre nach Ablauf der Maßnahme aufzubewahren;
  • die Mitwirkung der Teilnehmer/innen und Schulen bei der Evaluation sicherzustellen;
  • vor Beginn der Maßnahmen die Namen und Anschriften derjenigen Schüler/innen zu erfassen und ihr Einverständnis sowie das ihrer gesetzlichen Vertreter einzuholen, die mit der Weitergabe dieser Daten zum Zwecke von Nachbefragungen und zur Teilnahme an den Nachbefragungen einverstanden sind. (Ziffer 6.2.3 der Richtlinien). Die Angaben sind bis zum Ablauf von 4 Jahren nach Ende des Bewilligungszeitraumes aufzubewahren.
  • bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten sowie bei der Weitergabe dieser Daten die datenschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten.

Zuwendungsempfänger, die auch Berufsorientierungsmaßnahmen nach den Richtlinien des BMBF vom 10. Juni 2010 durchführen müssen beachten, dass sie die Berufsorientierungsmaßnahmen nach den Richtlinien vom Dezember 2011 getrennt halten müssen. Es darf keine „Vermischung“ von Maßnahmen und Mittel geben. Das gilt auch für bewilligte Maßnahmen und Mittel der Antragsrunden 2012 und 2013.

In welcher Höhe erfolgt die Gesamtbewilligung, wenn durch Kooperationsvereinbarungen mehr Schüler/innen nachgewiesen werden, als im Antrag eingetragen sind?

Der rechtsverbindlich unterschriebene eingereichte Antrag mit der im Antrag angegebenen Anzahl der Maßnahmen ist die Obergrenze für eine Bewilligung, auch wenn ggf. mehr Schülerzahlen durch Kooperationsvereinbarungen nachgewiesen werden.

Ist eine Wiederholung der Förderung für einen Schüler/für eine Schülerin möglich?

Eine Förderung ist in der Regel auf eine Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) pro Schüler/in begrenzt.

Gibt es eine Begrenzung der Schülerzahl, für die eine Berufsorientierung durchgeführt werden soll?

Nein, es gibt grundsätzlich keine Begrenzung der Schülerzahl pro Antragsteller. Die Begrenzung ergibt sich aus den Kapazitäten der Berufsbildungsstätte. Ein Antrag muss aber die Durchführung von Maßnahmen für mindestens 50 Schüler/innen vorsehen.

Wie lang ist der Bewilligungszeitraum bzw. Förderzeitraum?

Der Bewilligungszeitraum beträgt in der Regel 20 Monate. Er beginnt am 1. Januar eines Jahres und endet mit Ablauf des 31. August des Folgejahres.

Können im Bewilligungszeitraum Änderungsanträge gestellt werden?

Änderungsanträge können gestellt werden, wenn sich wesentliche inhaltliche Änderungen ergeben (z. B. Aufnahme eines Kooperationspartners) oder wenn kooperierende Schulen wegfallen und die Zuwendung reduziert werden muss. Aufstockungsanträge sind in dieser Zeit jedoch grundsätzlich nicht möglich.

Finanzierungsplan/Förderfähige Ausgaben

Gibt es Richtsätze für die Höhe der Ausgaben bzw. Obergrenzen für Personal- und Sachausgaben?

Nein, es gibt keine Richtsätze und Obergrenzen, da es sich um eine Festbetragsfinanzierung handelt.

Können Fördermittel für die Einstellung zusätzlichen Personals verwandt werden?

Personalausgaben die im Rahmen des Projektes anfallen, können abgerechnet werden.

Müssen Drittmittel eingebracht werden?

Dies ist nicht zwingend erforderlich. Es wird jedoch erwartet, dass sich die Länder, Kommunen und private Geldgeber beteiligen, auch zur Abdeckung der Fahrtkosten.

Können Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF-Mittel) als Kofinanzierung eingebracht werden?

Ja, eine Kofinanzierung mit ESF-Mitteln ist möglich.

Können Mittel der Bundesagentur für Arbeit (BA) oder der Grundsicherungsträger als Kofinanzierung eingebracht werden?

Nein, die Kofinanzierung aus BA-Mitteln oder Mitteln der Grundsicherungsträger ist nicht möglich. Aus solchen Mitteln geförderte Maßnahmen können jedoch - getrennt vor- bzw. nachgeschaltet - die vom BMBF geförderte Berufsorientierung ergänzen.

Ist die Zuwendung im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms von der Umsatzsteuer befreit?

Über die steuerliche Behandlung von Zuwendungen und Aufträgen entscheidet im Einzelfall das zuständige Finanzamt. In der Regel unterliegen Zuwendungen aber nicht der Umsatzsteuerpflicht. Dies erstreckt sich jedoch nicht auf Auftragsvergaben im Rahmen von Zuwendungen (so genannte „Unteraufträge“). Diese Auftragsvergaben sind entsprechend den allgemeinen umsatzsteuerrechtlichen Grundsätzen zu behandeln.

Müssen die Mittel in dem Haushaltsjahr eingesetzt werden, für das eine Bewilligung vorliegt?

Ja, die Mittel müssen in dem Haushaltsjahr ausgegeben werden, für das sie beantragt wurden und für das sie bewilligt wurden. Eine sogenannte Umpolung/Umwidmung von Haushaltsmittel eines Jahres in das nächste Haushaltsjahr ist nicht möglich. Können Mittel daher im bewilligten Haushaltsjahr nicht eingesetzt werden, muss dies dem BIBB rechtzeitig mitgeteilt werden.

Müssen weitere/zusätzliche Drittmittelgeber im Laufe des Bewilligungszeitraumes angegeben werden?

Eine sofortige Mitteilung an das BIBB ist nicht erforderlich. Die Drittmittelgeber sind aber im Rahmen des Zwischennachweises/Verwendungsnachweises anzugeben.

Kooperationsvereinbarungen mit Schulen

Was ist bei Kooperationsvereinbarungen mit Schulen zu beachten? Welche Schulen können am Programm teilnehmen?

Die Schulen müssen einen allgemeinbildenden Schulabschluss anbieten. Das Programm richtet sich an Haupt-, Gesamt-, Förder- und Realschulen. Die Förderung für Schüler/innen an Gymnasien ist nicht möglich.

Muss mit jeder Schule eine Kooperationsvereinbarung getroffen werden?

Kooperationsvereinbarungen müssen grundsätzlich mit den jeweiligen Schulen einzeln geschlossen werden. In Ballungsräumen kann (bei Beteiligung vieler Schulen) die Kooperationsvereinbarung zur Vereinfachung auch mit dem Schulamt oder dem Kultusministerium bzw. der Bezirksregierung abgeschlossen werden.

In welcher Form muss die Kooperationsvereinbarung vorgelegt werden und was muss eine Kooperationsvereinbarung enthalten?

  • Es ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung erforderlich.
  • In der zwischen der Berufsbildungsstätte und den beteiligten Schulen geschlossenen Kooperationsvereinbarungen sind folgende Inhalte vorzusehen:
  • Beschreibung der mit der Potenzialanalyse und den Werkstatttagen verbundenen Leistungen des Trägers.
  • Verbindliche Angaben über die Anzahl der vorgesehenen BO-Maßnahmen.
  • Zusage der Schule über eine angemessene Vor- und Nachbereitung der Berufsorientierungsmaßnahme.
  • Bestätigung der Schulen, dass sich die BO-Maßnahme sich in das schulische Berufsorientierungskonzept einpasst
  • Bestätigung der Schulen, dass ein Dokumentationsinstrument wie der Berufswahlpass eingesetzt wird.
  • Bestätigung der Schulen, dass die Ergebnisse der Potentialanalyse im schulischen Prozess zur individuellen Förderung und die Ergebnisse der Maßnahmen insgesamt im weiteren Berufsorientierungsprozess der Jugendlichen genutzt werden, soweit dies datenschutzrechtlich möglich ist.
  • Feststellen, ob es sich bei der Berufsorientierungsmaßnahme (Potenzialanalyse und Werkstatttage) um eine Schulveranstaltung handelt.

Durchführung der Berufsorientierungsmaßnahmen - Allgemein

Welche Aufgaben soll die Projektleitung wahrnehmen?

Es ist der Einsatz eines Projektleiters/einer Projektleiterin für Organisation und Koordination (Potenzialanalyse

und Werkstatttage) in den Berufsbildungsstätten vorzusehen.

Die Projektleitung hat die konkrete Ausgestaltung der Berufsorientierungsmaßnahme eng mit der Schule abzustimmen und die Eltern einzubeziehen. Betriebe, Agenturen für Arbeit, Grundsicherungsträger sowie die Jugendhilfe und andere lokale Akteure sollen unter Berücksichtigung der regionalen Anforderungen vor der Durchführung der Maßnahmen informiert werden.

Was bedeutet regelmäßige Teilnahme und ab wann müssen Krankmeldungen vorgelegt werden?

Es müssen dem BIBB keine Krankmeldungen vorgelegt werden.
Mit den Richtlinien vom 06.12.2011 wird geregelt, dass die Förderung eine regelmäßige Teilnahme voraussetzt. Bei Fehlzeiten kann der Zuschuss nur gewährt werden, wenn die Maßnahmenziele für die Schülerin/den Schüler gleichwohl erreicht wurde (Nr. 5.4 der Richtlinien). Es gibt keine Vorgaben/Prozentangaben über die Dauer der Teilnahme für die Abrechenbarkeit. Es ist ausschlaggebend, dass ein Schüler/eine Schülerin die Maßnahme auch mit Fehlzeiten so durchlaufen hat, dass das Ziel der Maßnahme, realistische Einblicke in den Ausbildungsalltag zu erhalten, mindestens drei Berufsfelder kennenzulernen und eine praktische Einweisung erhalten zu haben, weitgehend erreicht werden konnte. Dies trifft in der Regel zu, wenn für den/die Schülerin  ein Zertifikat ausgestelltt werden kann, weil die Maßnahmeziele erreicht werden konnten. Die Einschätzung des Zuwendungsempfängers hierüber kann durch das BIBB geprüft werden.

Es sind Anwesenheitslisten/Teilnahmelisten (tag genau) mit den Unterschriften der Schüler/innen zu führen.

Können Werkstatttage auch ohne vorgelagerte Potenzialanalyse durchgeführt werden?

Nein. Eine Berufsorientierung nach den Richtlinien besteht immer aus Werkstatttagen und einer vorgelagerten Potenzialanalyse (auch wenn diese von anderer Seite durchgeführt wird).

Wenn ein Schüler/in nicht an der Potenzialanalyse teilnehmen konnte, kann dieser Schüler dann an den Werkstatttagen teilnehmen?

Nein. Eine vorgelagerte Potenzialanalyse ist für jeden Schüler verpflichtend.

Handelt es sich beim Berufsorientierungsprogramm um eine Schulveranstaltung?

Der Bund als Richtliniengeber kann hierzu keine Festlegung treffen. Es sollte aber im der Kooperationsvertrag zwischen dem durchführenden Träger und der Schule festgehalten werden, ob es sich um eine Schulveranstaltung handelt (s. Nr. 4.5 der Richtlinien).

Kann ein zusätzliches Berufsfeld oder ein zusätzlicher Kooperationspartner im Laufe der Bewilligung angegeben werden? Wenn ja, wie?

Ja. Der Zuwendungsempfänger kann/muss über das Portal einen Änderungsantrag stellen. Änderungsanträge können die Änderung von Kooperationspartnern, die Erweiterung des Berufsfeldangebots, die Abstockung der Zuwendung u. ä. sein (nicht: Aufstockungs- und/oder Umwidmungsanträge).

Die Schulen benötigen eine Bestätigung zum Datenschutz. Wird vom BIBB eine entsprechende Bescheinigung ausgestellt?

Ein Träger/Zuwendungsempfänger ist insgesamt verpflichtet, bei der Verarbeitung von personenbezogenen Daten sowie bei der Weitergabe dieser Daten die datenschutzrechtlichen Vorschriften einzuhalten (Nr. 6.3 der Richtlinien). Dies betrifft auch Daten, die zum Zweck von Nachbefragungen erhoben werden (s. Nr. 6.2 der Richtlinien).

Zahlungsmodalitäten

Wann wird die Fördersumme ausbezahlt?

Nach abgeschlossenen Teilmaßnahmen kann entsprechend der Schülerzahl die anteilige Zuwendung ausgezahlt werden.

Wie wird ausgezahlt?

Nach Abschluss der Maßnahme bei Vorliegen folgender Voraussetzungen:

  • Teilnahme an der Potenzialanalyse;
  • regelmäßige Teilnahme der Jugendlichen an den Werkstatttagen. Bei Fehlzeiten müssen die Maßnahmeziele gleichwohl erreicht worden sein.

Sind Abschlagszahlungen möglich?

Nach der Durchführung der Potenzialanalyse kann ein Abschlag in Höhe von 200,00 € je Maßnahme/Schüler/in ausbezahlt werden.

Für Schüler/innen, die die Werkstatttage zur Hälfte durchlaufen haben, kann eine Abschlagszahlung in Höhe von 105,00 € gezahlt werden.

Wie erfolgen die Mittelauszahlungen?

Die Mittelauszahlungen erfolgen über das Online-Portal. Hier müssen die Teilnehmer eingepflegt werden. Das Verfahren und die werden in einem Handbuch beschrieben, dass im  Online-Portal eingestellt wird.

Entfällt die Übersendung der unterschriebenen Teilnehmerlisten, wenn die Mittelanforderungen über das Portal gestellt werden?

Die von den Schüler/innen unterschriebenen Teilnehmerlisten müssen in der Regel nicht mehr mit der einzelnen Mittelanforderung dem BIBB übersandt werden, die über sobald die Mittelanforderung über das Portal gestellt wird. erfolgt. Der Zuwendungsempfänger muss jedoch die unterschriebenen Teilnehmerlisten (tagegenau) führen, aufbewahren und ggf. nach Aufforderung beim BIBB einreichen.

Verwendungsnachweis

Welche Unterlagen müssen Sie mit dem Verwendungsnachweis einreichen?

6 Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes muss ein Verwendungsnachweis vorgelegt werden. Dieser besteht aus einem Sachbericht und einem Zahlenmäßigen Nachweis.

Sachbericht

Im Sachbericht sind die durchgeführten Maßnahmen im Bewilligungszeitraum darzustellen. Der Sachbericht muss insbesondere zur Erreichung der Ziele des Projektes Stellung nehmen und auf die Besonderheiten der Maßnahmen eingehen. Es sind auch Abweichungen zur Planung zu erläutern.

Zahlenmäßiger Nachweis

Der Zahlenmäßige Nachweis gibt einen Überblick über die finanzielle
Ausgestaltung des Projektes. Er umfasst u.a.

  • die Darstellung summarischer Finanzierung für den Projektzeitraum. Dies umfasst die summarische Darstellung aller Einnahmen für den gesamten Bewilligungszeitraum untergliedert in eigene Mittel, Leistungen Dritter und den Zuwendungen (Anlage 1 des Nachweises),
  • Angabe der Drittmittelgeber,und Ausgaben,
  • die Berechnung/Angabe der Ausgaben/Durchschnittskosten je Maßnahme/Schüler/in,
  • Benennung Dritter bei der Vergabe der Potenzialanalyse
  • die Finanzierung des Vorhabens, aufgeteilt nach Eigenmittel, Drittmittel und Zuwendung/Benennung der Kooperationspartner für die Werkstatttage,
  • Schüler-Teilnahmelisten, aufgeschlüsselt nach Potenzialanalyse, Werkstatttagen und Förderschüler und
  • eine statistische Darstellung/Auswertungen (Anlage 2 des Nachweises),
  • Nur für Zuwendungsempfänger ab Antragsrunde 2012 (Antragstellung und Mittelauszahlung über das Online-Portal) zusätzlich: Original-Teilnehmerlisten für zwei Gruppen vollständig durchgeführter Maßnahmen während des Bewilligungszeitraumes. Die Teilnehmerlisten dürfen nicht mit den Gruppen identisch sein, die bereits mit dem Zwischennachweis vorgelegt wurden. (Gruppe: eine der Gruppen, die für eine Mittelanforderung aus dem Portal generiert wurde, die Gruppengröße ist nicht vorgegeben.)  der Teilnehmerzahlen unter Auflistung der beteiligten Schulen.

Es ist keine tabellarische Belegübersicht, in der die Ausgaben einzeln aufgeführt werden, erforderlich.

Unterlagen, die die Höhe der Ausgaben/Einnahmen belegen können sind aber zu Prüfzwecken bis 5 Jahre nach Vorlage des Verwendungsnachweises vorzuhalten. 
Die erforderlichen Vordrucke für den Verwendungsnachweis sind im Internet/bzw. im Online-Portal auf der Seite des BO-Programms eingestellt.

Zwischennachweis

Welche Unterlagen müssen mit dem Zwischennachweis eingereicht werden?

Bis 30.04. eines Jahres ist für das vergangene Haushaltsjahr ein Zwischennachweis vorzulegen. Dieser besteht grundsätzlich aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis. Es gelten die Ausführungen zum Verwendungsnachweis (s. o.)Folgende Unterlagen sind insgesamt  einzureichen.

  • Sachbericht
  • Zahlenmäßiger Nachweis: Darstellung der Finanzierung für den Projektzeitraum. Dies umfasst die summarische Darstellung aller Einnahmen für den gesamten Bewilligungszeitraum untergliedert in eigene Mittel, Leistungen Dritter und den Zuwendungen (Anlage 1 des Nachweises),
  • Statistische Auswertungen (Anlage 2 des Nachweises)
  • Nur für Zuwendungsempfänger ab Antragsrunde 2012 (Antragstellung und Mittelauszahlung über das Online-Portal) zusätzlich: Original-Teilnehmerlisten für eine Gruppen vollständig durchgeführter Maßnahmen während des Bewilligungszeitraumes. (Gruppe: eine der Gruppen, die für eine Mittelanforderung aus dem Portal generiert wurde, die Gruppengröße ist nicht vorgegeben.).

Potenzialanalyse

Wie soll die Potenzialanalyse aussehen?

Es sind handlungsorientierte Verfahren gegebenenfalls in Verbindung mit biografischen Verfahren vorgesehen. Diese sind nach den Qualitätsstandards des BMBF und der "Handreichung zur Durchführung von Potenzialanalysen im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF" durchzuführen. Darin sind exemplarisch Verfahren und Musterabläufe ausgeführt, die den Qualitätsstandards entsprechen.

In den FAQ Potenzialanalyse finden Sie detaillierte Informationen sowie  weiterführende Literaturhinweise zur Durchführung der Potenzialanalyse.

Wer (BerEb, BOP oder Landesprogramm) hat bei der Durchführung der Potenzialanalyse förderrechtlich den Vorrang?

Wenn es Vereinbarungen zwischen einem Land und dem BMBF gibt, muss die Potenzialanalyse im Landesprogramm durchgeführt werden. Eine Förderung aus dem BOP kann nicht mehr erfolgen.
Hat die Schule einen BerEb-BK, muss dieser grundsätzlich die Potenzialanalyse für den gesamten Jahrgang durchführen. Sollte dies aus Kapazitäts- oder Zeitgründen nicht möglich sein (z.B. weil die Potenzialanalyse zeitlich ansonsten nicht vor den Werkstatttagen durchgeführt werden könnte) ist eine Abstimmung mit dem BerEb-BK erforderlich. Sollte eine Durchführung der Potenzialanalyse an einer Schule mit einem BerEb-BK über das BOP erfolgen, hat der BOP-Träger diese jedoch ebenfalls für den gesamten Jahrgang der Schule durchzuführen.
Wurden einem Antragsteller Potenzialanalysen bewilligt, kann er diese grundsätzlich auch durchführen, auch wenn erst danach in einer Schule ein BerEb-BK zugewiesen wird.

Ab wann gilt die Potenzialanalyse als erfolgreich beendet?

Wenn der Träger dem Schüler ein Zertifikat im Sinne der Richtlinie ausstellen kann und somit das Maßnahmenziel hinsichtlich der Richtlinie erfüllt ist (dies gilt im Übrigen analog für die Werkstatttage)

Wo/bei welcher Stelle können die BerEb-BK abgefragt werden?

Auf der Internetseite www.bildungsketten.de ist eine Liste der beteiligten Schulen abrufbar.

An wen richtet sich die Potenzialanalyse?

Die Potenzialanalyse ist Bestandteil von Programmen zur Berufsorientierung des BMBF und wendet sich in der Regel an Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen von allgemeinbildenden Schulen.

Welchen zeitlichen Umfang hat die Potenzialanalyse?

Bei der Durchführung der Potenzialanalyse ist von einer Gesamtdauer von bis drei Tagen auszugehen, d.h. von mindestens 18 bis 20 Zeitstunden (inklusive Vorbereitung, Biografische Verfahren, Auswertungen, Feedbacks und Dokumentation).

Wo soll die die Potenzialanalyse stattfinden?

Die Potenzialanalyse sollte außerhalb der schulischen Unterrichtsräume stattfinden. BOP-Antragsteller sollten für die Durchführung der Potenzialanalyse die Nutzung ihrer Einrichtung ermöglichen.

Welche inhaltlichen Kriterien sind bei der Durchführung der Potenzialanalyse zu beachten?

Mit der Potenzialanalyse sollen Personal-, Sozial- und Methodenkompetenz erfasst werden. Wesentliche Bestandteile der Potenzialanalyse sind eine Selbsteinschätzung und eine Fremdeinschätzung der genannten Kompetenzen und eine erste Erkundung beruflicher Neigungen und Interessen. Die Potenzialanalyse ist primär handlungsorientiert und kann biographische Verfahren einbeziehen. Die Potenzialanalyse schließt mit der Dokumentation der Ergebnisse und der Ableitung von individuellen Förderempfehlungen ab.

Welche Verfahren kommen zum Einsatz?

Es werden keine Kompetenzfeststellungsverfahren explizit vorgeschrieben. Die Verfahren sind nach den Qualitätsstandards des BMBF und der "Handreichung zur Durchführung von Potenzialanalysen im Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF" durchzuführen.

In der Handreichung sind exemplarisch Verfahren und Musterabläufe ausgeführt, die den Qualitätsstandards entsprechen. Die Qualitätsstandards orientieren sich an den "Qualitätsstandards für Verfahren der Kompetenzfeststellung im Übergang Schule-Beruf". Für die Durchführung des Verfahrens unerlässlich ist die Beachtung der aufgeführten pädagogischen Prinzipien und Standards zur systematischen Beobachtung.

Qualitätsstandards zur Durchführung von Potenzialanalysen in Programmen zur Berufsorientierung des BMBF

Handreichung zur Potentialanalyse

Die Potenzialanalyse ist handlungsorientiert angelegt. U.a. werden durch den Einsatz von Planspielen und von Gruppenarbeit die Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen von geschulten Beobachtern erfasst und anschließend bewertet. Mit Onlineverfahren ist dies nicht möglich.

Die Potenzialanalyse ist kein Berufswahltest. Sie ersetzt diesen auch nicht. Berufswahltestverfahren sollten zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Auch schulisches Wissen wird mit der Potenzialanalyse nicht abgefragt.

Fachliche Stellungnahme zu schriftlichen und online-gestützten Testverfahren

Wie soll die Potenzialanalyse dokumentiert werden?

Bei der Dokumentation der Potenzialanalyse sind eingeführte Instrumente wie Berufswahlpass, Profilpass oder Vergleichbares zu nutzen. Auf die Entwicklung eigener neuer Instrumente ist zu verzichten.

Welcher Personalschlüssel ist erforderlich?

Zur Sicherung der Qualität der Beobachtung und der Ergebnisse des Verfahrens ist bei simulations- und handlungsorientierten Übungen von einem Personalschlüssel von 1:4 (Beobachter: Jugendliche) oder günstiger auszugehen. Interviews und Rückmeldegespräch benötigen eine vertrauliche Gesprächssituation, was einen Personalschlüssel von 1:1 bedeutet.

Welche Anforderungen werden an das Personal gestellt, die die Potenzialanalyse durchführen?

Der/Die für die Potenzialanalyse Verantwortliche ist in einem anerkannten Kompetenzfeststellungsverfahren im Übergang Schule - Beruf geschult und zertifiziert. Er/Sie hat einen Abschluss als Dipl. Sozialpädagoge/Sozialpädagogin oder eine vergleichbare Qualifikation.
Alle weiteren Personen, die bei der Durchführung der Potenzialanalyse mitwirken, müssen pädagogische Kompetenz nachweisen und mindestens in folgenden Inhalten geschult sein:

  • Das pädagogische Konzept der Potenzialanalyse
  • Ablauf, Durchführung und Auswertung der vorgesehenen Übungen
  • Feedback und Dokumentation der Ergebnisse
  • Systematische Beobachtung

Es ist davon auszugehen, dass die simulations- und handlungsorientierten Verfahren nur von Personen durchgeführt werden, die ein mehrtägiges Beobachtungstraining absolviert haben.

Wie müssen Sie bei hausintern durchgeführten Schulungen verfahren?

Bei hausintern durchgeführten Schulungen sind eventuelle Nutzungsrechte externer Anbieter von Kompetenzfeststellungsverfahren zu beachten. Die Schulung ist mit einer Bescheinigung (Zertifikat) zu belegen, in der der Umfang sowie die vermittelten Inhalten und Methoden dargestellt werden.

Wie können pädagogische Kompetenzen nachgewiesen werden?

Der/Die für die Potenzialanalyse Verantwortliche hat einen Abschluss als Dipl. Sozialpädagoge/Sozialpädagogin oder eine vergleichbare Qualifikation. Vergleichbar sind Hochschulabschlüsse in Sozialer Arbeit, Psychologie, Pädagogik, aber auch ein Fortbildungsabschluss nach BBiG oder ein Hochschul- bzw. Fachschulabschluss (u.a. Meister/-in, Industriemeister/-in, Fachwirt/-in, Techniker/-in, Ingenieur/-in) einschließlich berufs- und arbeitspädagogischer Eignung nach BBiG/AEVO.

Die weiteren an der Potenzialanalyse beteiligten Personen können ihre pädagogische Kompetenz darüber hinaus auch durch einen Berufsabschluss und eine berufs- und arbeitspädagogische Eignung nach BBiG/AEVO sowie eine mindestens zweijährige einschlägige Praxis in der Sozialpädagogik oder Berufsausbildung nachweisen.

Welche Unterlagen von Schule und Elternhaus müssen bei der Durchführung der Potenzialanalyse vorliegen?

Zum Antrag auf Durchführung der Potenzialanalyse ist eine Bescheinigung der beteiligten Schule beizufügen, aus der hervorgeht, dass diese sich verpflichtet, Empfehlungen aus der Analyse in die schulischen Förderpläne aufzunehmen und zu berücksichtigen. Desweiteren ist  die Zustimmung des Schülers/der Schülerin und der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme an der Potenzialanalyse erforderlich. Grundsätzlich ist die Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzbestimmungen zu gewährleisten.

Wie geht es weiter?

Die Erfahrungen bei der Durchführung der Potenzialanalyse werden vom BIBB ausgewertet und fließen neben den Vorschlägen aus den Ländern und von Bildungsdienstleitern und Schulen  in die Weiterentwicklung der Potenzialanalyse ein.

Werkstatttage

Handelt es sich bei den 80 Stunden der Maßnahme um Zeit- oder Schulstunden?

Die Werkstatttage sollen sich über einen Zeitraum von 2 Wochen oder 80 Stunden erstrecken. Es handelt sich um Zeitstunden (80 Stunden á 60 Minuten).  Davon soll die praktische Erprobung in den Werkstätten mindestens 65 Zeitstunden betragen. Pro Werkstatttag sollen die Jugendlichen 7 Stunden (inkl. Pause) anwesend sein. Die Werkstatttage sollen in engem zeitlichem Zusammenhang durchgeführt werden.

Gibt es eine Regelung bezüglich des Zeitraumes zwischen der 1. Woche und der 2. Woche der Werkstatttage?

Die Werkstatttage sind in engem zeitlichen Zusammenhang durchzuführen. Daher entsprechen weit auseinander liegende Zeiträume, wie z.B. Maßnahmen, die sich über Monate verteilen, in der Regel nicht den Erfordernissen der Richtlinien (s. Nr. 4.2.1 der Richtlinien). Es könnte so kein realistischer Einblick in den Ausbildungsalltag vermittelt werden.

Wie sollen die Werkstatttage aussehen?

Die Schüler/-innen sollen bei einem Angebot von mindestens fünf Berufsfelder in mindestens drei dieser Berufsfelder nach dem Stand der Technik praktisch eingewiesen werden. Darüber hinaus erhalten sie allgemeine Information über die Berufsausbildung und die Möglichkeiten innerhalb eines Berufsfeldes.

Die Werkstatttage sollen wie folgt durchgeführt werden:

  • Der Zeitraum pro Schüler/in soll 80 Stunden oder zwei Wochen umfassen. Der Anteil für die praktische Erprobung in den Werkstätten soll 65 Zeitstunden betragen und die tägliche Anwesenheit soll 7 Stunden betragen. Die verbleibende Zeit ist für die Vor- und Nachbereitung sowie die Auswertung der Erfahrungen in der Berufsbildungsstätte zu nutzen.
  • Die Werkstatttage sind in engem zeitlichen Zusammenhang durchzuführen, d. h. die einzelnen Werkstatttage sollen nicht gesplittet über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden.
  • Die Gruppengröße soll nicht mehr als 15 Jugendliche umfassen. Bei Teilnahme von Förderschülerinnen und Förderschülern, die auch aus Regelschulen kommen können, soll die Gruppengröße weiter reduziert werden. Bei Gruppen aus Förderschulen soll die Gruppengröße maximal 10 Jugendliche betragen.
  • Das betreuende Personal für die Werkstatttage soll pädagogisch geschult sein (Ausbilder-Eignungsprüfung oder vergleichbare Qualifikation).
  • Die Werkstatttage müssen getrennt von überbetrieblichen/außerbetrieblichen Maßnahmen durchgeführt werden.
  • Es wird die Anwesenheit von Lehrkräften erwartet.
  • Es ist ein  Zertifikat am Ende der Werkstatttage auszustellen, das Aussagen enthalten soll zu
  • Berufsbereichen, die praktisch erprobt wurden und die dafür ausgeführten Tätigkeiten/Werkstücke in jedem Berufsfeld,
  • Kompetenzen,
  • Neigungen,
  • Interessen,
  • individuellen Entwicklungspotenzialen
  • Lernziele und erkennbarer Förderbedarf sind gegebenenfalls getrennt vom Zertifikat zu dokumentieren

Hotline: (0228) 107-1031    E-Mail: berufsorientierung@bibb.de