Geflüchtete benötigen individuelle Angebote und Unterstützung bei der Vorbereitung auf eine Ausbildung im Handwerk

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Richtlinie zur Förderung der vertieften Berufsorientierung junger Flüchtlinge (BOF) erweitert und ermöglicht damit flexiblere und umfangreichere Unterstützung für Geflüchtete.

Zwei Teilnehmer arbeiten an einem Sicherungskasten.

BOF / BMBF Fotograf: Fulvio Zanettini

Geflüchtete benötigen häufig mehr Zeit und Unterstützung, um eine Ausbildung im Handwerk beginnen zu können.
 

Wesentliche Änderungen:

  • Flexibilisierung der Maßnahmendauer

Je nach individuellem Bedarf des einzelnen Teilnehmenden kann die Maßnahme nunmehr bis zu 26 Wochen dauern – statt bisher nur 13. Damit können die unterschiedlichen Vorkenntnisse der heterogenen Zielgruppe besser berücksichtigt werden und die Anpassung an den Beginn des Ausbildungsjahres wird ermöglicht.

  • Flexibilisierung der Betriebsphase

Die Zeit im Betrieb kann nunmehr bis zu acht Wochen dauern (statt bisher vier) und zudem bei Bedarf in mehrere Abschnitte aufgeteilt werden. Teilnehmende erhalten dadurch die Möglichkeit, nicht nur verschiedene Betriebe, sondern auch Betriebsabläufe kennen zu lernen.

  • Intensivere Vorbereitung auf die Berufsschule

Die zukünftigen Auszubildenden sollen bestmöglich auf die Anforderungen der Berufsschule vorbereitet werden. Deshalb erhalten sie neben dem Sprachunterricht auch einen intensiven berufsbezogenen Fachunterricht – etwa in Mathematik oder Naturwissenschaften.

  • Personal für Netzwerkarbeit zur Gewinnung von Teilnehmenden

Es sollen mehr junge Geflüchtete über die Inhalte und Chancen der Maßnahme informiert und für die Teilnahme gewonnen werden. Dafür ist die Vernetzung der Träger mit relevanten Partnern in der Region von entscheidender Bedeutung. Das wird mit Mitteln für bis zu einer halben Personalstelle unterstützt.

  • Teilnahme in Teilzeit möglich, Unterstützung bei der Kinderbetreuung verbessert

Junge Frauen und Männer, die Kinder zu betreuen haben, sollen besser von der Förderung profitieren können. Dafür ist eine Teilnahme in Teilzeit ist möglich. Daneben kann der Träger bei der Kinderbetreuung unterstützen.

  • Antragstellung nicht mehr an bestimmte Termine gebunden

Handwerksorganisationen können nun fortlaufend Anträge beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) stellen. Bisher laufende Projekte können mit einem neuen Antrag ebenso von den Erweiterungen profitieren.

Antragstellung über „Easy online“

Zur Richtlinie „Berufsorientierung für Flüchtlinge - BOF“ [PDF] vom 29.08.2017