Die Durchführung - Das Videotagebuch bei den Werkstatttagen

Das Erleben der Schülerinnen und Schüler steht im Zentrum der Werkstatttage. Ihre Videotagebücher stärken den Reflexionsprozess. Damit der gewünschte Effekt eintritt, wird die Methode sinnvoll in den Ablauf integriert.

Drei Personen gehen auf in Haus zu. In dem Haus warten bereits zwei Personen.

Alle involvierten Personen sind zu Beginn der Werkstatttage informiert und vorbereitet.
Alle Fragen zur Technik und zum Datenschutz sind geklärt. Genügend Opening Cards für die Schülerinnen und Schüler liegen vor. Mindestens eine pädagogische Fachkraft des Trägers begleitet die Methode während der Werkstatttage. Lehrerinnen und Lehrer sind darüber informiert, wie sie mit einbezogen werden.

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Grafik für eine Informationsveranstaltung. Fünf Personen stellen sieben Teilnehmern den Ablauf des Videotagebuchs vor.

Es findet eine Kick-Off-Veranstaltung zum Thema Videotagebuch statt. 
Die Verantwortlichen stellen sich vor. Die Methode und der Verhaltenskodex werden in Erinnerung gerufen  und offene Fragen geklärt. Um die Schülerinnen und Schüler nicht zu überfordern, kann die Kick-Off Veranstaltung nicht am ersten sondern am zweiten Werkstatttag stattfinden.

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Eine Lehrerin steht neben einer Uhr. Zwei Schüler stehen mit ihren Smartphones vor einem Tisch.

Die Drehphase stellt die Phase dar, in der der Videotagebucheintrag umgesetzt wird. Wann gedreht wird und wie lange, ist vorher mit dem Träger zu vereinbaren. 
Während des Tagesablaufs wird den Schülerinnen und Schülern Raum und Zeit für das Drehen der Videotagebücher eingeräumt. Als sinnvoll hat sich dabei ein Zeitfenster von 15 bis 20 Minuten kurz vor dem Ende eines jeden Werkstatttages erwiesen.

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Die pädagogische Fachkraft leiten den Dreh der Videotagebucheinträge ein.

Die pädagogische Fachkraft bzw. die Ausbilderinnen und Ausbilder leiten den Dreh der Videotagebucheinträge ein.
Erfahrungsgemäß genügt es, wenn die pädagogische Fachkraft die Drehpause durch einen Aufruf einleitet. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Opening Cards als Signal für den Beginn der Drehpause auszuteilen.

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Die Schülerinnen beschreiben ihre Opening-Card und filmen diese für ihr Videotagebuch.

Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Opening-Card mit ihrer Aussage.
Die Opening-Card dient zur Planung und als Organisationstool für den Videotagebucheintrag. Wenn denn Schülerinnen und Schüler hier nichts oder wenig einfällt, sollte Hilfestellung gegeben werden..

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Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich frei in der Werkstatt und drehen ihren Tagebucheintrag.

Die Schülerinnen und Schüler bewegen sich frei in der Werkstatt und drehen ihren Tagebucheintrag.
Die Videotagebucheinträge beinhalten das Drehen von Werkstücken, Werkzeugen und räumlichen Gegebenheiten sowie das Aufnehmen der eigenen Stimme. Die pädagogischen Fachkräfte bzw. Ausbilderinnen und Ausbilder sorgen für eine ruhige Arbeitsatmosphäre, in der jeder seine eigene Stimme hören kann und sich niemand gegenseitig beim Drehen behindert.

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Die pädagogischen Fachkräfte bzw. Ausbilderinnen und Ausbilder leiten das Ende der Drehphase ein.

Die pädagogischen Fachkräfte bzw. Ausbilderinnen und Ausbilder leiten das Ende der Drehphase ein.
Auf Schülerinnen und Schüler, die noch nicht fertig sind, sollte dabei Rücksicht genommen werden. Es sollte aber klar sein, dass das Zeitfenster verbindlich ist. Es geht nicht um einen perfekten Film, sondern darum für sich einen Eindruck vom Tag festzuhalten.

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Ein Plakat in einem Werkraum mit drei Fragen. Was war heute besonders gut oder besonders schlecht? Was habe ich langweilig gefunden? Was war interessant, z.B. Werkzeuge oder Werkstoffe?

Tipp! Ein Plakat mit Fragestellungen im Werkraum oder ein entsprechendes Handout können den Videotagebucheintrag erleichtern.
Für manche Schülerin und Schüler ist es schwierig einen Ich-Bezug zum Erlebten herzustellen. Hier macht es Sinn mit vorgegeben Fragestellungen zu arbeiten, die einen Ich-Bezug herstellen. Auf der Opening Card befinden sich dazu drei Grundfragen.

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Manchmal schließen die Einführungsveranstaltung an der Schule und der Beginn der Werkstatttage zeitlich nicht direkt aneinander an. Um sich die wichtigsten Punkte aus der Einführungsveranstaltung zum Thema Videotagebuch noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, ist es sinnvoll, ein kurzes „Kick-off“ mit den Schülerinnen und Schülern und dem Ausbildungspersonal zu Beginn der Werkstatttage durchzuführen. Hier können sie gegebenenfalls Fragen stellen und erhalten eine kurze Auffrischung zum Ablauf der Drehpause und zum Verhaltenskodex.

Während der Werkstatttage führen die Schülerinnen und Schüler eigenständig ihre Videotagebücher. Sie drehen mit ihrer eigenen Technik („Bring-your-own-device-Ansatz“, BYOD) und sollten selbständig für genügend Speicherplatz und Akkuladung auf ihren Geräten sorgen. Falls der Träger oder die Schule andere vorhandene Technik dafür zum Einsatz bringen möchten, ist auch das möglich.

Vor dem Ende eines jedes Werkstatttages wird den Schülerinnen und Schülern eine Drehpause von ca. 15. Minuten eingeräumt. Die begleitende pädagogische Fachkraft (z.B. der Ausbilder oder die Ausbilderin des aktuellen Berufsfeldes) leitet die Drehpause jeweils ein und unterstützt bei Bedarf.  Die Schülerinnen und Schüler erhalten vorher oder während der Werkstatttage die für den Eintrag vorgesehenen Opening Cards.