Die Auswertung – Reflexion der Werkstatttage mit dem Videotagebuch

Für die Wirksamkeit von Berufsorientierungsmaßnahmen hat die anschließende Reflexion eine zentrale Bedeutung. Das Video-Tutorial gibt einen Einblick in verschiedene Ansätze zur Auswertung der Werkstatttage mit Hilfe des Videotagebuchs.

Praktisch kann die Reflexion je nach organisatorischen Möglichkeiten auf verschiedene Weisen umgesetzt werden:

Das Einzelgespräch zwischen der pädagogischen Fachkraft und einer Schülerin oder einem Schüler ist die ideale Form, die Werkstatttage mit Hilfe der Videotagebücher auszuwerten. Sie sollte, wenn möglich, den anderen Formen vorgezogen werden.
 
a) Einzelgespräch
Zum Einstieg in das Gespräch wird das Videotagebuch angeschaut und der Pädagoge oder die Pädagogin gibt spontane Rückmeldungen. Dabei kann das Videotagebuch auch angehalten und bestimmte Stellen können noch mal angesehen werden. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu aufgefordert, ihre Eindrücke zu verbalisieren. Ebenso äußert die pädagogische Fachkraft ihre Eindrücke.
Ziel des Gesprächs ist es, positive und negative Emotionen, die mit den Aufnahmen verknüpft sind, neu zu beleben und die Gründe dafür herauszufinden. Wenn die Schülerinnen und Schüler ihr Videotagebuch niemandem zeigen wollen, sollte dies respektiert werden.
 
b) Auswertung in der Großgruppe
In der Großgruppe macht es Sinn, exemplarisch an einem selbst gewählten oder selbst gedrehten Beispiel Schritte für Schritt die weitere Reflexion zu erarbeiten. Dabei können auch spielerische Gruppenreflexionsmethoden wie Positionierungen im Raum eingesetzt werden (siehe Arbeitsmaterialien).
Ziel der Arbeit in der Großgruppe ist die Verständigung über die gemeinsame Herangehensweise: Wie soll das Tagebuch ausgewertet werden? Wie wird wertschätzend kommentiert und reflektiert? Die Arbeit in der Großgruppe dient der Vorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, sich im Anschluss – noch in der Werkstatt, zu Hause oder in der Schule – mit ihrem Videotagebuch auseinanderzusetzen und ihre persönliche Auswertung vorzunehmen.
 
c) Auswertung Peer-to-Peer
Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich gegenseitig ihre Videotagebücher oder Ausschnitte aus diesen und sprechen darüber. Wichtig hierbei sind eine gegenseitige wertschätzende Kommunikation und die Formulierung von Ich-Botschaften, zum Beispiel „Ich finde, deine Stimme wirkt hier sehr nervös“ (nicht: „Deine Stimme ist hier sehr nervös.“). Vorgegebene Fragestellungen aus dem Arbeitsblatt „Eure Auswertung“ können Orientierung geben – zum Beispiel: „Hast du neue Talente oder Interessen entdeckt?“
 
d) Auswertung in Einzelarbeit
Das Ziel der Reflexion in Einzelarbeit ist die intensive Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit den eigenen Erlebnissen anhand ihrer Videotagebücher. Jede Schülerin und jeder Schüler reflektiert mithilfe des Arbeitsblattes „Deine Auswertung“ individuell das eigene Videotagebuch.

Ergebnissicherung
Ob im Einzelgespräch, in der Gruppe, Peer-to-Peer oder in Einzelarbeit: Damit die Erkenntnisse nachhaltig bleiben, sollten die Schülerinnen und Schüler sie visualisieren. Zu diesem Zweck erstellen sie ein persönliches Plakat, auf dem sie ihre Eindrücke aus den Werkstatttagen festhalten. Sie können es im Klassenzimmer oder zu Hause aufhängen und für ihre weitere Berufsorientierung nutzen.